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Recyclingindustrie fordert freien Handel mit Recyclingrohstoffen


Beschränkungen für Sekundärrohstoffexporte könnten
„verheerende Auswirkungen“ haben, warnen Recycler.
13.10.2021 − 

Europas Recycler fordern von der Politik den freien Handel mit Rohstoffen aus dem Recycling. Die Unternehmen fürchten durch die kommende Novelle der Abfallverbringungsverordnung Exportbeschränkungen auch für solche Wertstoffe, die Qualitätsanforderungen erfüllen. In Entwürfen für Schreiben an die EU-Kommissare Frans Timmermans, Thierry Breton sowie Virginius Sinkevicius verweisen die im Dachverband Euric organisierten Recyclingunternehmen auf ihre Schlüsselrolle für den Erfolg des Green Deals der EU und des neuen Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft.

Recycling ersetze Primärrohstoffe, die meist aus außereuropäischen Ländern gewonnen und importiert werden und spare erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen. Auch schaffe die Recyclingindustrie in allen Mitgliedstaaten Arbeitsplätze.

Anlass für die Schreiben, die auch an den EU-Ratsvorsitz sowie an den Präsidenten des EU-Parlaments gerichtet werden sollen, sind Pläne der EU, Exporte von Sekundärrohstoffen zu beschränken. Die Unterzeichner drücken in ihnen äußerste Besorgnis für den Fall aus, dass eine solche Maßnahme im Rahmen der Novelle der Abfallverbringungsverordnung vorgeschlagen würde. Es käme zu „verheerenden Auswirkungen auf die europäische Recyclingindustrie“, und auch die im Rahmen des europäischen Green Deals gesetzten Ziele der Kreislaufwirtschaft und der Klimaneutralität könnten dann nicht mehr erreicht werden.

Laut dem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft wird die EU-Kommission Maßnahmen ergreifen, um „sicherzustellen, dass die EU ihre Abfallprobleme nicht in Drittländer exportiert“. Der vorläufige Zeitplan der Kommission sieht derzeit die Veröffentlichung des Änderungsvorschlags für Mitte November vor.

*Hinweis in eigener Sache: In einer früheren Version hieß es, dass die Schreiben an die EU-Stellen bereits versendet wurden. Bisher handelt es sich laut Euric und bvse aber nur um Entwürfe. Wir haben die entsprechenden Stellen daher korrigiert.*

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