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BDI sieht für zirkuläre Wirtschaft große Chancen und fordert politisches Handeln


BDI-Studie verspricht Wirtschaftsboom
durch zirkuläres Wirtschaften.
13.07.2021 − 

Die Idee einer „Circular Economy“ gewinnt in Politik und Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Die Potenziale dieses zirkulären Wirtschaftens für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und das Erreichen der Klimaziele sind enorm, wie eine aktuell vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) veröffentlichte Studie zeigt. Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung und Hunderttausende neue Arbeitsplätze prophezeit das gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Deloitte erarbeitete Papier. Voraussetzung hierfür seien aber die richtigen politischen Rahmenbedingungen und das Austarieren von Zielkonflikten.

Wie im europäischen Green Deal geht das von BDI und Deloitte betrachtete Konzept der zirkulären Wirtschaft deutlich über den in der Entsorgungswirtschaft bisher gebräuchlichen Begriff der Kreislaufwirtschaft hinaus. Im Fokus steht nicht allein der Aspekt des Recyclings sondern der gesamte Lebenszyklus von Rohstoffen und Produkten vom Design über die Produktion und Nutzung bis zur Wiederverwendung. Ziel dieses Wirtschaftens ist es zum einen, den Anteil verwendeter Primärrohstoffe zu senken, in dem diese mit Recyclingrohstoffen substituiert werden, sowie zum anderen, die Nutzungs- und Lebensdauer von Produkten zu verlängern.

Indirekte Effekte der zirkulären Wirtschaft größer als direkte Auswirkungen

Laut BDI und Deloitte könnte eine Umstellung auf eine stärker zirkuläre Wirtschaft volkswirtschaftliche Effekte in beträchtlichen Größenordnungen nach sich ziehen. So könnte die jährliche Bruttowertschöpfung unter konservativen Annahmen allein in der deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 2030 um circa zwölf Mrd € pro Jahr zunehmen. Dabei müssten direkte und indirekte Effekte unterschieden werden. Die direkten Effekte in Form einer erhöhten Wertschöpfung in Recyclingindustrien würden dabei mit etwa fünf Mrd € noch unter den indirekten Effekten in Höhe von sieben Mrd € liegen, die sich in vor- und nachgelagerten Branchen, etwa durch eine erhöhte Nachfrage nach Transportdienstleistungen, ergäben.

Die so erhöhte Wertschöpfung in Deutschland hätte auch Effekte auf die inländische Beschäftigung. BDI und Deloitte schätzen, dass die Umstellung auf eine zirkuläre Wirtschaft zu rund 177.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Deutschland führen würde. Auch hier hätten die indirekt geschaffenen Arbeitsplätze mit 106.000 einen größeren Anteil als die zusätzlichen direkten Arbeitsplätze.

Den ausführlichen Artikel inklusive der politischen Forderungen des BDI lesen Sie in Ausgabe 28/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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