|  

VKU: Energetische Verwertung biogener Reststoffe bei H2-Produktion berücksichtigen

Flugzeug beim Start
Nachhaltig fliegen nur mit Kraftstoffen nicht
biogenen Ursprungs?
07.04.2021 − 

Die Bundesregierung sollte bei der Erzeugung nachhaltiger Treibstoffe auch die energetische Verwertung biogener Reststoffe berücksichtigen. Diese Ansicht hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote vertreten.

"Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausminderungs-Quote darf das Engagement der kommunalen Entsorgungsunternehmen in der Wasserstoffwirtschaft nicht ausbremsen", kommentierte Holger Thärichen vom VKU den Gesetzentwurf in einer Stellungnahme gegenüber EUWID.

Mit der Neufassung des Gesetzes zu Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote setzt die Bundesregierung die novellierte Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) im Verkehrssektor um. Die Bundesregierung verknüpft in dem Gesetzentwurf nach eigenen Angaben die die Vorgaben der RED-II-Richtlinie unter anderem mit der nationalen Wasserstoffstrategie sowie den so genannten "Effort-Sharing-Zielen", mit denen die EU die Treibhausgas-Emissionen in den Sektoren außerhalb des Emissionshandelssystems – den Nicht-ETS-Sektoren – senken will. 

Bundesregierung wünscht sich Kraftstoffe, die "erneuerbar und nicht-biogenen Ursprungs" sind

Der Gesetzentwurf sieht vor, die Treibhausgasminderungs-Quote bis 2030 auf 22 Prozent anzuheben. Da nachhaltige Biomasse nur begrenzt verfügbar ist, sollen "erneuerbare, strombasierte Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs" – sogenannte Power-to-X-Kraftstoffe (PtX) – dazu beitragen, das Ziel einer vollständigen Treibhausgasneutralität zu erreichen. Eingesetzt werden sollen diese Kraftstoffe unter anderem im Flugverkehr, der wohl auch in Zukunft auf flüssige Kraftstoffe angewiesen sein wird.

An dieser Stelle tangiert das Gesetz die Entsorgungswirtschaft: Denn die Bundesregierung betont in ihrem Entwurf mehrfach, in bestimmten Bereichen ausschließlich Kraftstoffe anerkennen zu wollen, die erneuerbaren und nicht-biogenen Ursprungs sind, um die Entwicklung des PtX-Marktes anzureizen. Damit wäre aber beispielsweise Wasserstoff ausgenommen, der im Bereich der energetischen Biomasseverwertung in Altholzkraftwerken per Elektrolyse erzeugt wird. Auch die zur Hälfte als biogen geltende Energie aus Müllverbrennungsanlagen wäre ausgenommen.

VKU: Bundesregierung gefährdet Klimaschutzprojekte von kommunalen Entsorgern

Aus Sicht des VKU würden bei dem von der Bundesregierung vorgeschlagenen Ausschluss von Wasserstoff aus biogenen Quellen beziehungsweise strombasierten Kraftstoffen biogenen Ursprungs von der Anrechnung auf die Treibhausgasminderungs-Quote zahlreiche Klimaschutzprojekte von kommunalen Entsorgungsunternehmen gefährdet und möglicherweise verhindert.

Es sei "kontraproduktiv und unverständlich", dass die Anrechnungsmöglichkeiten derart eingeschränkt werden sollen, so der VKU weiter. Der Energiegehalt aus biogenen Quellen, insbesondere aus biogenen Abfällen und Abfallbestandteilen, müsse gleichwertig zu den anderen erneuerbaren Energien und auch anteilig anrechenbar sein, fordert der Verband.

Einen ausführlichen Artikel inklusive der Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetzentwurf der Bundesregierung lesen Sie in Ausgabe 14/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Experte hält gesonderte Sammelziele für Lithium-Akkus aus E-Bikes für machbar

Verbände fordern ehrgeizigere Zielvorgaben in Batterieverordnung  − vor