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Globales Aufkommen von 57 Mio Tonnen – WEEE Forum fordert mehr Engagement beim E-Schrott


In einem Durchschnittshaushalt in Europa sind elf von 72
elektronischen Geräten nicht mehr in Gebrauch oder kaputt.
13.10.2021 − 

In diesem Jahr sollen weltweit schätzungsweise mehr als 57 Mio Tonnen E-Schrott anfallen. Diese Prognose gab heute das WEEE Forum anlässlich des morgen stattfindenden Internationalen Tags des E-Schrott ab. Die Vereinigung der Rücknahmesysteme im Altgerätebereich fordert angesichts des wachsenden Bergs an E-Schrott mehr Anstrengungen für das Recycling und die Wiederverwendung der Altgeräte.

Mit den geschätzten 57 Mio Tonnen übersteige die Menge an Altgeräten in diesem Jahr das Gewicht der Chinesischen Mauer, verdeutlicht das WEEE Forum den Umfang der E-Schrottberge. Außerdem verweist die Organisation auf eine im letzten Jahr erschiene Studie der Vereinten Nationen, die einen Anstieg des globalen Altgeräteaufkommens auf bis zu 75 Mio Tonnen bis 2030 erwartet. Gleichzeitig würde aber bisher nur rund ein Sechstel des E-Schrotts ordnungsgemäß verwertet.

Das weltweite Aufkommen an Elektroschrott wachse somit jährlich um rund zwei Mio Tonnen. Gründe dafür seien die insgesamt höhere Zahl an benutzten Elektronikgeräten, kürzere Produktlebenszyklen sowie begrenzte Reparaturmöglichkeiten, so das WEEE Forum.

Gehortete Altgeräte und illegal abfließende E-Schrottströme verhindern Recycling

Vor allem in den entwickelten Industriestaaten horten viele Verbraucher ihre nicht mehr genutzten Geräte daheim. So seien in einem durchschnittlichen europäischen Haushalt elf von 72 elektronischen Geräten nicht mehr in Gebrauch oder kaputt, berichtet die Organisation der Herstellerrücknahmesysteme weiter. Jährlich würden in Europa pro Bürger somit vier bis fünf Kilogramm unbenutzter elektrischer und elektronischer Produkte gehortet anstatt weggeworfen zu werden.

Problematisch sei außerdem der Abfluss großer Teile des anfallenden E-Schrotts in illegale Kanäle. Laut einer im letzten Jahr von den UN-Institutionen UNITAR und UNU veröffentlichten Studie gehen vor allem dadurch allein in Europa jedes Jahr rund drei Mio Tonnen Altgeräte für das Recycling verloren. Deshalb hätten viele EU-Staaten trotz umfangreicher rechtlicher Vorgaben zur Herstellerverantwortung sowie enormer Fortschritte bei der Sammlung und Verwertung von Altgeräten weiterhin große Probleme bei der Erfüllung ihrer Sammelverpflichtungen, so das WEEE Forum.

Nach Angaben von Pascal Leroy, dem Generalsekretär der Organisation, haben die Mitglieder des WEEE Forum im letzten Jahr 2,8 Mio Tonnen Elektroschrott gesammelt und dem ordnungsgemäßen Recycling zugeführt. „Viele Faktoren spielen eine Rolle dabei, den Elektro- und Elektroniksektor ressourceneffizient und kreislauffähig zu machen“, betont er. Um die Sammelquoten erfolgreich zu erhöhen, müssten alle Akteure einbezogen werden. Klar ist für ihn aber auch: „Solange die Bürgerinnen und Bürger ihre gebrauchten, kaputten Geräte nicht zurückgeben, verkaufen oder spenden, müssen wir weiterhin völlig neue Materialien abbauen, was große Umweltschäden verursacht.“

Verbraucheraufklärung entscheidend

Um das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Altgerätentsorgung vor allem auch bei den Verbrauchern zu erhöhen, hat das WEEE Forum den International E-Waste Day vor drei erstmals veranstaltet. Neben Bequemlichkeit, finanzieller Entschädigung, Umweltschutz, Kultur und sozialen Normen sei das Bewusstsein für die Problematik entscheidend für die Menschen, etwas gegen Elektroschrott zu unternehmen, erklärte Magdalena Charytanowicz, die beim WEEE-Forum für die Organisation des Internationalen Tag des Elektroschrotts verantwortlich ist. „Die Verbraucher wollen das Richtige tun, aber sie müssen angemessen informiert werden, und eine geeignete Infrastruktur sollte ihnen leicht zur Verfügung stehen, damit die korrekte Entsorgung von Elektroschrott in den Gemeinden zur sozialen Norm wird.“

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