|  

Forderungen der Schrotthändler nach Preisaufschlägen werden lauter


Stark steigender Exportpreis führt zu wachsendem
Preisgefälle zwischen Nord- und Süddeutschland.
20.11.2020 − 

Die Stimmung am Stahl- und Stahlschrottmarkt bessert sich. Bei vielen Stahl verbrauchenden Industrien, insbesondere der Automobilbranche, gehen die Produktionszahlen nach dem Lockdown-bedingten Einbruch in der ersten Jahreshälfte wieder nach oben. Entsprechend nimmt der Stahlbedarf zu und die Produktionen der Stahlwerke werden immer weiter hochgefahren.

Bei der monatlichen Marktumfrage von EUWID blickte daher die Mehrheit der Gesprächspartner mit wachsendem Optimismus in die Zukunft. „Ich rechne mit einem starken ersten Quartal 2021“, sagte ein Händler und bestätigte insoweit den kürzlich auch vom Branchenverband BDSV kommunizierten positiveren Marktausblick.

Mit den nunmehr sich wieder füllenden Auftragsbüchern der Stahlproduzenten steigt auch die Nachfrage nach dem Rohstoff Schrott. Wie schon im Vormonat war die Kaufbereitschaft der Stahlwerke auch im November Händlerangaben zufolge hoch, zumal die Bevorratung der Werke aufgrund der monatelangen Marktverunsicherung eher niedrig sei.

Forderungen des Handels nach Preisaufschlägen wurden seitens der Stahlwerke dennoch rigoros zurückgewiesen. „Die Verhandlungen waren kurz und schmerzvoll“, so ein Marktteilnehmer gegenüber EUWID. Durchsetzen konnte sich die Stahlindustrie mit ihrer Forderung nach unveränderten Preisen vor allem im Süden Deutschlands. Die Nähe zum weiterhin preislich hinterher hinkenden italienischen Schrottmarkt machte es dem Schrotthandel schwer, Preisaufschläge durchzusetzen. Nur vereinzelt konnten für die eine oder andere Schrottsorte ein paar Euro mehr ausgehandelt werden.

Norddeutsche Stahlwerke müssen gegen stark steigenden Exportpreis ankaufen

Deutlich weniger Verhandlungsspielraum hatten die Stahlwerke im Norden Deutschlands, wo das Schrottpreisniveau mittlerweile deutlich über dem vom Süden liegt. Grund hierfür war ein zuletzt stark ansteigender Exportpreis, gegen den die Werke ankaufen mussten. Angetrieben wurde das Exportgeschäft durch eine starke Schrottnachfrage der Türkei, die trotz eines in sich zusammensackenden Lira-Kurses bereit ist, immer höhere Dollarbeträge für den Rohstoff Schrott zu zahlen.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 48/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Für Alttextilrecycler ist "2020 ein verlorenes Jahr"

Altpapierpreise setzen Berg- und Talfahrt fort  − vor