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Folgen des Lockdowns werden für den Schrotthandel noch lange spürbar sein


Schrottaufkommen auch nach Neustart
der Produktionen weiterhin sehr gering.
18.05.2020 − 

Der wirtschaftliche Schaden durch das Coronavirus und die getroffenen Gegenmaßnahmen ist enorm. Um über sechs Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt den aktuellen Prognosen zufolge in diesem Jahr schrumpfen. Auch am Stahlschrottmarkt werden die Folgen des Corona-Stillstands lange spürbar bleiben. „Es wird ein langer Weg zurück zur Normalität“, fasste ein Schrotthändler im Gespräch mit EUWID die in den letzten Wochen gewonnene Erkenntnis zusammen. Denn auch wenn die Produktionen der Stahl verarbeitenden Industrien langsam wieder anlaufen, sei eine deutliche Verunsicherung zu spüren, die den Konjunkturverlauf längere Zeit hemmen wird.

So läuft der zum Monatswechsel vollzogene Neustart der Automobilproduktion bisher äußerst schleppend. „Die Bänder laufen vielfach bestenfalls mit 25 bis 30 Prozent Auslastung. Statt 3- bis 4-schichtig wird oft nur in einer Schicht produziert“, berichtet ein Marktteilnehmer. Teilweise sei dies Folge der durch den Lockdown unterbrochenen Zuliefererketten, so dass für die Produktion benötigte Materialien und Vorprodukte nun fehlen.

Zu einem noch größeren Teil spiegelt es nach Einschätzung der Händler aber die seit Längerem sich verschlechternde Auftragslage der Automobilhersteller wider. „Dieser Abschwung hat bereits weit vor der Coronakrise begonnen“, verweist ein Schrotthändler auf den seit letztem Herbst zu beobachtenden deutlichen Rückgang der Schrottmengen an den Entfallstellen. Die Coronakrise habe diesen Abwärtstrend jetzt enorm verschärft. 

Stahlwerke produzieren teilweise nur 30 Prozent der üblichen Menge

Für die Stahlindustrie bedeutet dies, dass einer ihrer wichtigsten Absatzmärkte wegbricht. Marktteilnehmer berichten, dass manche Stahlwerke daher momentan nur 30 Prozent der üblichen Menge produzieren. Entsprechend gering fällt derzeit die Schrottnachfrage, insbesondere für Neuschrott, aus. „Die Nachfrage der Werke ist sehr bescheiden“, kommentierte ein Händler. Absatzprobleme gebe es dennoch nicht, da an den Entfallstellen ohnehin nur „tröpfchenweise“ Material zusammenkomme.

Die Preisverhandlungen zwischen Stahlwerken und Schrotthandel mündeten im Mai zunächst in zumeist unveränderten bis leicht steigenden Preisen. Neben dem knappen Schrottangebot wurden die Preise Händlerangaben zufolge durch eine zeitweise regere Schrottnachfrage der Türkei gestützt. Zuletzt kippte die Stimmung aber wieder. Einzelne Werke forderten auch Preisabschläge.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen in EUWID Recycling und Entsorgung 21/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

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