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EU-Exporthandel mit Altkunststoffen seit Coronabeginn mit großen Schwankungen


Die EU-Exporte von Altkunststoffen in Drittländer sind
im ersten Halbjahr über ein Viertel gesunken.
30.09.2021 − 

Europäische Exporteure von Altkunststoffen haben in den letzten Jahren turbulente Zeiten mit vielen Wandlungen durchlebt. Zunächst führten die von China im Rahmen der „Green Fence“- und „National Sword“-Initiativen implementierten Verschärfungen der Einfuhrbestimmungen zu einer gigantischen Verschiebung der Handelsströme. Dann kam die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf Konjunktur und Transportlogistik. Die monatlichen Schwankungen der Ausfuhrmengen aus der EU haben seither deutlich zugenommen, wie die aktuell veröffentlichte europäische Ausfuhrstatistik für den Extra-EU-Handel im ersten Halbjahr 2021 veranschaulicht.

Als Extra-EU-Handel werden die Im- und Exporte aus und in Länder außerhalb der EU (sogenannte Drittstaaten) bezeichnet. Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat summierten sich derartige Ausfuhren an Altkunststoffen in den ersten sechs Monaten auf 587.000 Tonnen im Wert von 150 Mio €. Das sind rund 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als von den 27 EU-Ländern für einen geringfügig höheren Betrag 688.000 Tonnen Altkunststoffe in Drittstaaten exportiert wurden.

Die Halbjahreszahlen legen nahe, dass die EU-Altkunststoffexporte im Gesamtjahr 2021 ebenfalls unter Vorjahresniveau liegen werden und der vierprozentige Anstieg im letzten Jahr nur eine kurzfristige Unterbrechung des langfristigen Abwärtstrends war.

Extreme Schwankungen der monatlichen Exportmenge von 75.000 bis 170.000 Tonnen

Außerdem zeigt die Eurostat-Statistik, wie erratisch der Exporthandel mit Altkunststoffen in der Coronazeit geworden ist. So lagen die Ausfuhren in den Jahren 2018 und 2019 mit jährlich 1,6 bzw. 1,5 Mio Tonnen zwar auch schon deutlich unter den Jahrestonnagen vor der chinesischen Green-Fence-Politik, als die EU-27 noch über 2,5 Mio Tonnen Altkunststoffe in Drittstaaten exportierte. Die monatlichen Schwankungen der Ausfuhrmengen waren seinerzeit aber deutlich niedriger. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 exportierten die EU-Mitgliedstaaten relativ konstant pro Monat zwischen 120.000 und 140.000 Tonnen Altkunststoffe in Länder außerhalb der Union. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie liegt die Bandbreite nun aber zwischen rund 75.000 und 170.000 Tonnen im Monat.

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