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Altkunststoffexporte auf Zehn-Jahres-Tief

07.01.2019 − 

Deutschland hat in den ersten zehn Monaten 2018 so wenig Altkunststoffe exportiert wie zuletzt vor zehn Jahren. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes summierten sich die Exporte von „Abfällen, Schnitzel und Bruch von Kunststoff“ zwischen Januar und Oktober auf 859.000 Tonnen im Wert von 288 Mio €. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,04 Mio Tonnen, in den ersten zehn Monaten 2016 sogar 1,22 Mio Tonnen. Die jetzige Ausfuhrmenge liegt allerdings immer noch etwas über dem vor 2009 – vor der Zeit der Finanz- und Eurokrise – üblichen Niveau.

Maßgeblich für den Rückgang der Exporte in 2018 sind die Einfuhrbeschränkungen Chinas für Altkunststoffe und andere Abfälle. Laut Destatis verringerten sich die deutschen Direktexporte in die Volksrepublik und nach Hongkong zwischen Januar und Oktober um 84 Prozent bzw. 363.000 Tonnen auf 67.000 Tonnen. Auch die Ausfuhren in die Niederlande als wichtigstem Umschlagsplatz für den Weiterexport nach Fernost sind um 15 Prozent auf 99.000 Tonnen zurückgegangen.

Die Minderexporte nach China wurden teils kompensiert durch Mehrausfuhren in andere asiatische Länder, insbesondere nach Malaysia, das mit einer Importmenge von 114.000 Tonnen im Berichtszeitraum (+125 Prozent) nun Deutschlands wichtigster Abnehmer von Altkunststoffen ist. Außerdem stark gestiegen sind die Exporte nach Vietnam (+31 Prozent auf 55.000 t), Indien (+85 Prozent auf 57.000 t) sowie – nachdem Malaysia und Vietnam zuletzt ebenfalls ihre Importe strenger reglementieren – nach Indonesien (von nahezu Null auf 49.000 t).

Innerhalb Europas werden seit Anfang 2018 verstärkt Altkunststoffe in die Türkei (+194 Prozent auf 42.000 t) und nach Tschechien (+105 Prozent auf 37.000 t) geliefert.

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