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Renault baut Produktionsstandort in Recyclingzentrum um

Luca de Meo und Jean-Dominique Senard Renault
v.l.n.r.: Renault-CEO Luca de Meo und Jean-Dominique
Senard (Chairman Board of Directors bei Renault)
27.11.2020 − 

"Eine beispielhafte Anlage für die Kreislaufwirtschaft" will der französische Automobilhersteller Renault an seinem Werk Flins im Pariser Großraum errichten. Generaldirektor Luca de Meo stellte die geplante "Re-Factory", die vier Aktivitätsbereiche umfassen wird, am Mittwoch vor. Neue Autos sollen in Flins nur noch bis 2024 vom Band laufen.

Der Bereich "Re-Energy" wird auf Batterie- und Energietechnik ausgerichtet sein. Er soll das "erste Leben" von Lithium-Ionen-Fahrzeugbatterien optimieren, Anwendungen für die Nachnutzung entwickeln, zum Beispiel als stationärer Energiespeicher, und ausgediente Batterien verwerten. Geplant ist außerdem die Entwicklung technischer Lösungen für neue Energieträger wie Wasserstoff.

Effizientes Ressourcenmanagement in der Sparte "Re-cycle"

Die Sparte "Re-cycle" ist nach Aussage Renaults auf effizientes Ressourcenmanagement ausgerichtet. Sie wird die Verwertung von Altfahrzeugen, die Aufarbeitung von Gebrauchtteilen und das Recycling von Werkstoffen umfassen, außerdem Aktivitäten, um den Einsatz von Recyclingmaterial und –teilen zu steigern.

Der Bereich "Retrofit" wird Aktivitäten bündeln, die die Lebensdauer und die Nutzung von Fahrzeugen verlängern. Dazu gehören die Aufarbeitung von Gebrauchtfahrzeugen, Reparaturleistungen, die Produktion seltener Ersatzteile durch 3D-Druck sowie die Umrüstung thermischer Fahrzeuge auf weniger CO2-intensive Energieträger.

Der vierte Bereich "Re-Start" wird Forschung- und Entwicklungsaktivitäten für die Kreislaufwirtschaft bündeln und industrielles Know-how entwickeln. Geplant sind außerdem ein Start-up-Inkubator, eine Hochschule und ein Fortbildungszentrum.

Das Projekt ist Teil des Spar- und Umwandlungsprogramms von Renault. Das krisenbelastete Unternehmen hatte im Frühjahr den Abbau von rund 15.000 Stellen angekündigt, davon rund 4.600 in Frankreich. Das neue Zentrum in Flins soll 2030 mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigen. Ende 2019 waren dort 2.600 Menschen tätig.

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