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Verpackungsrecycling: UBA meldet Zahlen für 2019 an EU nach neuer Berechnungsmethode


Der Berechnungspunkt zur Ermittlung der RC-Quote liegt
nun weiter „hinten“ in der Prozesskette.
15.11.2021 − 

Den EU-Staaten steht es bislang noch frei, ob sie die Zahlen zum Verpackungsrecycling nach der neuen Berechnungsmethode der Kommission melden. Deutschland hat als einer der ersten EU-Staaten von dieser Option für 2019 Gebrauch gemacht. Grundlage dafür ist die Arbeit der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM), die vorige Woche vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde.

Die Experten aus Mainz haben die Zahlen Deutschlands für das Jahr 2019 nach der alten und der neuen Methode berechnet und umfassend die Vorgehensweise erläutert. Aus Sicht der Marktforscher handelt es sich dabei um einen Probelauf.

Die neue Methodik beruht auf dem Durchführungsbeschluss der EU. Dabei wird vor allem die Schnittstelle für die Berechnung der Recyclingmenge „nach hinten“ – also vom „Input in die erste Recyclinganlage“ hin zum „Input in das letzte Recyclingverfahren“ – verschoben. Zudem werden die Berechnungspunkte aufgrund der verschiedenen Recyclingprozesse für jedes Material unterschiedlich definiert. Dafür werden unterschiedlich hohe Standardverlustraten je nach Material, Verwertungswegen und Verpackungen ermittelt. Der Großteil dieser „Verluste“, etwa Störstoffe, Wasser und prozessbedingte Verluste, die nicht dem Recycling zugerechnet werden, wird energetisch verwertet.

Mit neuer Berechnungsmethode sinkt die Recyclingmenge um 1,4 Mio Tonnen

Die Recyclingquote in Deutschland ist durch die neue Berechnungsmethodik für 2019 über alle Verpackungsmaterialien hinweg um 7,6 Prozentpunkte oder 1,43 Mio Tonnen auf 12,1 Mio Tonnen gesunken. Die energetisch verwertete Verpackungsmenge stieg hingegen um 1,2 Mio Tonnen auf 6,0 Mio Tonnen. Mit Blick auf die Erfüllung der EU-Vorgaben ab 2025 schreibt GVM, dass Deutschland für fast alle Verpackungsmaterialien die Zielvorgaben erreicht. Ausnahmen seien aber Verpackungen aus Kunststoffen und Holz.

Die größten Veränderungen beim Recycling ergeben sich in den Verpackungsmaterialien Papier, Aluminium und Kunststoffe. So liegt etwa die Verwertungsmenge bei Papier im Vergleich zur alten Berechnungsmethodik um 813.000 Tonnen bzw. 9,8 Prozentpunkte niedriger.

Den kompletten Bericht nebst einer großen Übersichtstabelle sowie einen weiteren Artikel zur Entwicklung des Verpackungsrecyclings in den übrigen EU-Staaten lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 46/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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