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Leichte Überkapazitäten in der Klärschlammentsorgung durch hohe Anzahl an Neubauprojekten erwartet


Derzeit sind in Deutschland etwa 44 Neubauprojekte
für die Mono-Klärschlammverbrennung geplant.
23.11.2020 − 

Insgesamt sind derzeit in Deutschland etwa 44 Neubauprojekte oder Ersatzprojekte für die Mono-Klärschlammverbrennung in Planung beziehungsweise teilweise bereits in Realisierung. Dies ergibt eine Erhebung der Joma Umwelt-Beratungsgesellschaft. Demnach sind Anlagen mit insgesamt rund 1,2 Mio Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz (TS) pro Jahr in der Planung, was einer durchschnittlichen Durchsatzleistung pro Anlage von jährlich rund 27.000 Tonnen Klärschlamm-TS entspricht.

Die meisten dieser Projekte sind in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie Niedersachsen inklusive Bremen mit jeweils mehr als sechs Anlagen geplant. Laut der Erhebung der Joma Umwelt-Beratungsgesellschaft sind keine Anlagen in Berlin, dem Saarland, Sachsen sowie Thüringen in der Entwicklung.

Leichte Überkapazitäten als Ergebnis einer vergleichenden Bedarfsabschätzung

Das Beratungsunternehmen geht bei seiner vergleichenden Bedarfsabschätzung zwischen der geplanten und den gegebenenfalls benötigten Anlagenkapazitäten für die Klärschlammentsorgung von einer leichten Überkapazität von rund 65.000 Tonnen Klärschlamm-TS aus. Dabei habe Joma nach eigener Aussage konservative Annahmen getroffen. Sowohl die gesamte Klärschlammmenge als auch die Kapazitäten der Bestandsanlagen der Monoverbrennung bleiben demnach in etwa gleich bei 1,7 Mio respektive 600.000 Tonnen Klärschlamm-TS. Zudem fallen sowohl die Kapazitäten aus der Mitverbrennung als auch aus der bodenbezogenen Verwertung komplett weg.

„Es könnte ein Nullsummenspiel sein. Die Frage, ob wir in Deutschland derzeit Überkapazitäten schaffen, lässt sich da draus nicht so ohne Weiteres ableiten“, sagte Jörn Franck von der Joma Umwelt-Beratungsgesellschaft auf der dritten Berliner Klärschlammkonferenz. Er wies zudem daraufhin, dass es regionale Konzentrationen von Neubauprojekten gebe, aber auch Bereiche, wo nicht viel passiere, so Franck weiter.

Darüber hinaus untersuchte das Unternehmen das Alter der derzeit bestehenden 16 Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen. Der Anlagenbestand weist dabei ein erhebliches Alter auf.

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