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Gestiegene Kosten: KKMV verzichtet auf dezentrale Klärschlamm-Trocknung

Kläranlage Rostock
Die KKMV will weiterhin eine Verbrennungsanlage für
Klärschlamm bei der Kläranlage Rostock errichten.
20.11.2020 − 

Die ursprünglich geplante dezentrale Vortrocknung der Mono-Klärschlammverbrennungsanlage in Rostock wird vorerst nicht realisiert. Der Geschäftsführer der kommunalen Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern (KKMV), Klaus Rhode, bestätigte gegenüber EUWID, dass auf die geplante dezentrale Vortrocknung des Klärschlamms aus wirtschaftlichen Gründen zumindest vorerst verzichtet werde.

Um weiterhin die Ziele Wirtschaftlichkeit, langfristige Entsorgungssicherheit und Einspeisung „Grüner Wärme“ transparent und realistisch umsetzen zu können, haben die Gesellschafter der KKMV entschieden, zunächst auf den Bau der im Konzept vorgesehenen dezentralen Trocknungsanlagen zu verzichten, heißt es in einer Pressemitteilung der KKMV von Ende Oktober.

In der regionalen Presse war daraufhin die Frage aufgekommen, ob möglicherweise das gesamte Projekt „Klärschlammverbrennung“ vor dem Aus steht. Immerhin wird auch die Anlage in Rostock teurer und die Wärmeauskopplung geringer als ursprünglich gedacht. Rhode stellte gegenüber EUWID klar, dass an dem Projekt ansonsten festgehalten wird. Die Anlage für 25.000 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz soll demnach 2025 in Betrieb gehen. Bis Jahresende will die KKMV die Genehmigungsunterlagen bei der zuständigen Behörde einreichen. Die Klärschlamm-Kooperation geht davon aus, die Genehmigung im kommenden Jahr zu erhalten.

Projektkosten deutlich gestiegen

Es sei richtig, dass die Projektkosten von 52 Mio € auf 58 Mio € angestiegen seien. Die Preissteigerung um 11,5 Prozent sei jedoch im Rahmen der aktuellen Entwicklungen im Anlagenbau üblich. Die spezifischen Investitionskosten seien vergleichbar mit anderen kommunalen Projekten.

Die geplante dezentrale Trocknung sei hingegen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, da sich die Investitionskosten im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen verdoppelt hätten. Der Klärschlamm soll nun wie in der Branche üblich entwässert zur Anlage nach Rostock gebracht und vor Ort getrocknet werden. Der Transportaufwand erhöht sich damit nach Abgaben der KKMV um rund zwei bis drei Lkw pro Werktag.

"Es geht einzig und allein um privat oder kommunal"

Aus der Sicht Rhodes geht es in der regionalen Diskussion gar nicht so sehr um den Standort Rostock, "sondern einzig und allein um die Frage privat oder kommunal". Dabei bieten private Investoren derzeit Preise unterhalb der aktuellen Marktpreise, so Rhode. Ziel sei es, die Anlagen zu füllen, sich Marktanteile zu sichern, um dann langfristig die Preise zu bestimmen. "Diese Entwicklung kann nicht im Interesse der Kommunen sein, denn letztendlich zahlt am Ende der Gebührenzahler drauf", so Rhode.

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