Etwa 38 Mio € für Sanierung von Altlast Dethlinger Teich

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Die millionenteure Sanierung des Dethlinger Teichs im Heidekreis kommt voran. Das niedersächsische Umweltministerium hat über 38 Mio € für die aufwendige Sanierung dieser bundesweit einmaligen Rüstungsaltlast bereitgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Teich zugeschüttet worden.

Das Landesumweltministerium geht davon aus, dass sich mehr als 100.000 verschiedene Kampfmittel in dem zehn bis zwölf Meter tiefen Teich befinden. Eine Untersuchung eines benachbarten Grundgewässers hatte eine massive Belastung mit Kampfstoff-Abbauprodukten ergeben.

Bei der anschließenden Erkundung des Teichs zwischen Herbst 2019 und Frühling 2020 an drei Teilflächen wurden insgesamt über 2.500 Teile Kampfstoffmunition geborgen. Tausende von Granaten wurden bereits aus dem Boden geholt und zur nur wenige Kilometer entfernten bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten gebracht.

Der Betrieb hat die Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen. Die Sanierung soll im Herbst starten und ist für fünf Jahre angesetzt. Der Bauzeitenplan besteht aktuell aus mehr als 500 einzelnen Arbeitsschritten. Die Arbeiten werden rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche bewacht. In den vergangenen Jahren hatte das Ministerium bereits mehr als neun Mio € und der Heidekreis weitere 1,1 Mio € bereitgestellt. Der Bund beteiligt sich ebenfalls an den Kosten.

In Anwesenheit von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) ist am Mittwoch die Grundwasserreinigungsanlage auf der Räumstelle am verseuchten Teich in Betrieb genommen worden. Das gereinigte Wasser soll dann neben der Grundwasserreinigungs-Halle in Versickerungsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet werden. Bis zur Errichtung der Spundwand, einem Bau zur Sicherung von Baugruben, läuft die Halle bis zum Sommer im Minimalbetrieb, teilte der Heidekreis mit. Erst danach wird der Durchsatz erhöht und damit die für die geplante Kampfmittelbergung erforderliche Grundwasserabsenkung gestartet.

Der Dethlinger Teich ist eine ehemalige Kieselgrube in der von 1942 bis 1952 diverse Kampf- und Sprengmittel in Bomben und Fässern versenkt wurden. Im Jahr 1952 wurde der Teich mit Bauschutt aufgefüllt und mit Mutterboden bedeckt. Art und Menge der Kampfmittel sind unbekannt, lediglich Vermutungen existieren. Seit 1957 gibt es Grundwassermessstellen im Bereich des Dethlinger Teiches, und seit 1971 gibt es Untersuchungen auf Arsen. (dpa / Eigener Bericht)

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