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Deutschland meldet für 2019 Altgeräte-Sammelquote von nur 44 Prozent nach Brüssel


In Deutschland wird weiter viel zu wenig E-Schrott erfasst.
11.10.2021 − 

Deutschland hat die Mindestziele bei der Erfassung von Elektro- und Elektronikaltgeräten im Jahr 2019 erwartungsgemäß deutlich verfehlt. In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung eine Sammelquote von 44,3 Prozent an die EU-Kommission nach Brüssel gemeldet. Von der erstmal für 2019 geltenden Mindestquote von 65 Prozent war Deutschland somit weit entfernt.

Wie bereits Anfang des Jahres berichtet, stieg die absolute Sammelmenge an E-Schrott im Jahr 2019 um 94.000 Tonnen auf 947.000 Tonnen durchaus spürbar an. Auch die pro Kopf erfasste Menge nahm gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent auf 11,4 Kilogramm zu.

Da aber gleichzeitig auch die für die Berechnung der Sammelquote zugrunde gelegte Verkaufsmenge an Neugeräten immer weiter wächst, schlägt sich dieser Zuwachs kaum in einem Anstieg der Quoten nieder. So stieg die Sammelquote gegenüber 2018 lediglich um rund 0,6 Prozentpunkte an.

Die Lücke zum Mindestsammelziel der EU dürfte in Deutschland auch in den kommenden Jahren groß sein. So deuten jüngste Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) daraufhin, dass die Sammelquote auch 2020 wahrscheinlich nur bei rund 45 Prozent lag.

Aufgrund der enormen Zuwächse bei den in Verkehr gebrachten Mengen steigen die Sammelverpflichtungen immer weiter an. Zwischen 2015 und 2020 ist die jährlich Verkaufsmenge an Neugeräten in Deutschland um rund die Hälfte auf 2,8 Mio Tonnen gestiegen. Für die Erreichung des Sammelziels von 65 Prozent müssen daher in diesem Jahr insgesamt knapp 1,7 Mio Tonnen E-Schrott über die offiziellen Kanäle erfasst werden.

Wie die Einbeziehung der Photovoltaikmodule in das ElektroG die Sammelquote verzerrt und wie es bei der Verwertung der erfassten Altgeräte in Deutschland aussieht, lesen Sie diese Woche im kompletten Bericht in EUWID Recycling und Entsorgung 41/2021. Außerdem beleuchten wir auch die Situation bei der Sammlung von Altgeräten und Altbatterien in Österreich. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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