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Veolia, Reclay, Landbell und Zentek kündigen Clearingverträge ebenfalls


Bildquelle: DSD
01.09.2017 − 

Die dualen Systeme Landbell, Reclay, Veolia und Zentek haben die aktuellen Clearingverträge ebenfalls mit Wirkung zum 31. Dezember gekündigt. Sie folgen damit DSD, Interseroh und BellandVision, welche die Verträge bereits Anfang August aufgekündigt hatten. Lediglich RKD, ELS und Noventiz halten somit noch an den aktuellen Clearingverträgen fest.

In einer gemeinsamen Mitteilung erklären Landbell, Veolia und Zentek, dass die Verhandlungen zu den Clearingverträgen der dualen Systeme vorerst gescheitert seien. Nach intensiven Diskussionen zwischen den Systembetreibern habe man keine Einigung auf einen Clearingvertrag erzielen können. Daher sahen sich die drei Systeme gezwungen, die bestehenden Clearingverträge fristgerecht zum Jahresende zu kündigen, um dadurch weiterhin eine gemeinsame Lösung aller Systeme zu forcieren. Auch Reclay hat sich der Vertragskündigung angeschlossen.

Die bestehenden Clearingverträge enthalten aus Sicht von Landbell, Veolia und Zentek nach wie vor Lücken, die sich in einer nicht nachvollziehbaren Abweichung bei den Mengenmeldungen niedergeschlagen haben.

Die drei Systeme hätten Vorschläge zur Ergänzung der bestehenden Clearingverträge erarbeitet. Der von DSD, Interseroh und BellandVision im Alleingang eingebrachte Vertrag bedürfe ebenfalls weiterer Optimierungen und erfordert die Freistellung durch das Bundeskartellamt. Landbell, Veolia und Zentek hätten alle in den letzten Wochen verhandelten Vertragsvarianten mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung proaktiv vorangetrieben.

„Ein Clearing der Entsorgungskosten ist nur auf Basis eines einheitlichen Vertragswerkes in 2018 sichergestellt“, erklärte Zentek-Geschäftsführer Klaus Kussel. Man versuche alles, ein Metaclearing zwischen mehreren Clearingverträgen zu vermeiden und den „inakzeptablen“ Mengenschwund abzustellen, betonte Landbell-Geschäftsführer Dirk Staubach.

„Jeglicher neu verhandelte Vertrag muss mit dem Kartellamt abgestimmt und durch dieses freigestellt werden“, ergänzte Joachim Westphal, Geschäftsführer der Veolia Umweltservice Dual GmbH.

Gespräche mit DSD, Interseroh und BellandVision „kurz vor Abschluss“

Nach Angaben von Reclay stehen die Gespräche mit DSD, Interseroh und BellandVision kurz vorm Abschluss. „Wir fordern noch einige Anpassungen an den neuen Verträgen, um weitere Schlupflöcher zu schließen“, so Raffael Fruscio, geschäftsführender Gesellschafter der Reclay Group. Die drei Systeme hätten zugesagt, die Änderungswünsche aufzunehmen. „Aktuell warten wir auf die abschließende Verschriftung des neuen Vertrages. Sobald uns diese vorliegt, treten wir bei“, so Fruscio.

Reclay habe von Anfang an deutlich gemacht, dass vertragliche Neuregelungen unabdingbar sind, um zukünftig einen weiteren Mengenschwund zu verhindern. Bedauerlicherweise hätten die seit Monaten andauernden Verhandlungen über neue Clearingverträge in der Gemeinsamen Stelle aber zu keiner Einigung geführt, erklärt Fruscio weiter. „Noch immer scheinen einzelne Systembetreiber nicht gewillt, unrechtmäßige Mengenabzüge zu unterlassen und das System als Ganzes auf eine stabile Grundlage zu stellen. Wir waren nicht länger bereit, dieses Verhalten zu tolerieren und sahen uns daher gezwungen, die alten Verträge zu kündigen.“

*UPDATE* Mittlerweile hat Reclay die neuen Clearingverträge mit DSD, BellandVision und Interseroh schon unterzeichnet:

Reclay unterzeichnet neue Clearing-Verträge mit DSD, BellandVision und Interseroh

 

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