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Sachverständigenrat erneuert Forderung nach mehr Anreizen für Rezyklateinsatz


Beim Rezyklatseinsatz sieht der Sachverständigenrat
noch Potenzial für weitere Steigerungen.
21.10.2021 − 

Dem Sachverständigenrat für Umweltfragen geht die ökologische Transformation zu langsam. Daher drängen die Experten die Politik zum Handeln. Die kommende Regierung habe die historische und dringende Aufgabe, das breite gesellschaftliche und politische Mandat zu nutzen und die Weichen für eine ökologische Transformation zu stellen, heißt es in einem Impulspapier des Rates von Anfang Oktober.

Mit Blick auf Kreislaufwirtschaft hält der Umweltrat an seiner grundsätzlichen Kritik fest: „Die deutsche Kreislaufwirtschaftspolitik ist noch immer zu sehr auf das Ende des Lebenszyklus ausgerichtet und vernachlässigt die notwendige Veränderung von Produktions- und Konsummustern." Bereits in seinem letztjährigen Gutachten hatte das Expertengremium der Bundesregierung gefordert, Kreislaufwirtschaft endlich von der Rhetorik in die Praxis umzusetzen. Deutschland sei von echter Kreislaufwirtschaft noch weit entfernt, so das Urteil damals.

Gefordert wird die Recyclingfähigkeit bei Produkten bereits beim Design mitzudenken. Auch sollten Produktpässe zu Materialien die Reparatur und Demontage sowie Recycling erleichtern. Erneut schlägt der Rat vor, bei dualen Systemen die Lizenzentgelte für Verpackungen stärker als bisher an die Rezyklierbarkeit der verwendeten Materialien und die tatsächliche Verwendung von Rezyklaten auszurichten. Zudem müssten Anreize zum Rezyklateinsatz verbessert werden, etwa durch Besteuerung von Primärrohstoffen oder die Abschaffung der Energiesteuerbefreiung für fossile Energieträger, die nicht als Heiz- oder Kraftstoff dienen.

Beim Thema Kunststoffe rät das Expertengremium, dass die Bundesregierung Selbstverpflichtungen der Wirtschaftsakteure zu Kunststoffreduktion und Rezyklateinsatz mit weiteren runden Tischen begleiten und die Effekte politisch berücksichtigen soll.

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