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MVA Schwandorf nimmt weniger freien Gewerbeabfall

Die MVA Schwandorf beschränkt die Annahme freier Gewerbeabfälle.
Die MVA Schwandorf beschränkt die Annahme freier
Gewerbeabfälle.
06.06.2019 − 

Die Müllverbrennungsanlage im bayerischen Schwandorf beschränkt die Annahme freier Gewerbeabfälle. Das teilte der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) in der vergangenen Woche auf seiner Internetseite mit. Zwar heißt es dort, dass aus Kapazitätsgründen voraussichtlich bis zum Jahresende 2019 kein Gewerbeabfall mehr angenommen werden könne. Doch die Entscheidung ist weit weniger dramatisch, als es die ersten Meldungen vermuten ließen.

Denn ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll stellte gegenüber EUWID klar, dass von der Maßnahme ausschließlich "freie" Gewerbeabfallmengen betroffen sind, für die es in Schwandorf keine Kontingente gibt. Verträge mit Entsorgungsunternehmen würden eingehalten, so Knoll. Darüber hinaus würden Abfälle von Privatpersonen, sowie aus Krankenhäusern, Altenheimen, Dialyse, Kläranlagen, Tierheime, Asylbewerberheimen und sonstige Abfälle, die aus hygienischen Gründen problematisch seien, weiterhin angenommen, so der ZMS. Knoll zufolge will die MVA Schwandorf im Rahmen des Möglichen auch weiterhin nicht-kontingentierte Gewerbeabfälle annehmen, allerdings deutlich kleinere Mengen. "Alle Wünsche können wir leider nicht erfüllen", so Knoll.

Der ZMS folgt anderen süddeutschen Anlagenbetreibern

Der Schritt des ZMS ist also weniger dramatisch, als es die Berichterstattung der Regionalpresse in der vergangenen Woche vermuten ließ. Die Mittelbayerische Zeitung hatte beispielsweise getitelt, dass Firmen nun ein „Müllnotstand“ drohe. Dabei macht der ZMS nun das, was viele Anlagen in Bayern bereits vor einiger Zeit getan haben und begrenzt die Annahme von freien Gewerbeabfallmengen. Schwandorf war bislang eine der wenigen Anlagen im Süden Deutschlands, die überhaupt noch nicht-kontingentlierte AzV-Spotmengen angenommen hatte.

In Süddeutschland ist die Entsorgungssituation derzeit so eng, dass selbst die Anlagenbetreiber keine Freude mehr an der Situation haben. Während Entsorger gegenüber EUWID von einem "Notstand" sprechen, klagen Anlagenbetreiber zum Teil über den Druck seitens der Politik, der Lage endlich Herr zu werden.

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