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Kreislaufwirtschaft könnte globale Treibhausgasemissionen um fast 40 Prozent reduzieren


Die globale Einsatzquote für Sekundärrohstoffe beträgt
weiterhin weniger als zehn Prozent.
28.01.2021 − 

Durch intelligente Strategien und einen reduzierten Materialverbrauch kann die Kreislaufwirtschaft die globalen Treibhausgasemissionen um 39 Prozent und den Rohstoffverbrauch um 28 Prozent senken. Zu diesem Ergebnis kommt der in dieser Woche veröffentlichte neue Circularity Gap Report. Kreislaufwirtschaftliche Strategien an der Schnittstelle von Material- und Emissions-Hotspots können sowohl die Wertbeständigkeit von Materialien verlängern als auch übermäßigen Verbrauch reduzieren, wodurch wiederum Treibhausgasemissionen verringert werden. Auf diese Weise wird durch die Verkleinerung der „Circularity Gap” auch die „Emissions Gap” geschlossen.

Um die genannten Werte zu erreichen, müsste die Einsatzquote von Recyclingmaterialien jedoch deutlich erhöht werden. Die Circle-Economy-Initiative hatte in der letztjährigen Ausgabe des Berichts die globale Einsatzquote von Sekundärrohstoffen für 2017 auf 8,6 Prozent beziffert – was einem Rückgang gegenüber dem Wert von 9,1 Prozent aus 2015 bedeutete. Im aktuellen Report wurden diese Zahlen mangels Daten nicht angepasst. Jedoch würden alle Indikatoren darauf hinweisen, dass der Planet weiterhin von der linearen Wirtschaft und ihren nicht-nachhaltigen Praktiken, Prozessen und Verhaltensweisen beherrscht wird.

Sollte es allerdings gelingen, die Einsatzquote an Recyclingmaterialien auf 17 Prozent zu verdoppeln, könnten die Pariser Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung um maximal zwei Grad erreicht und die Lücke bei den Treibhausgasemissionen bis 2032 geschlossen werden, heißt es in dem Bericht weiter. Die größten Effekte zur Reduzierung des Rohstoffbedarfs und der damit verbundenen Treibhausgassemissionen erwarten die Experten dabei durch Maßnahmen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Baubereich. Dahinter folgen die Bereiche Mobilität und Ernährung.

WWF fordert ganzheitliche Kreislaufwirtschaftsstrategie

„Wenn wir allein nur unsere Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir die Kreislaufwirtschaft stärken und massiv ausbauen. Lösen wir mit der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft das lineare Wirtschaften ab, schließen wir auch die Lücke zu unseren Klimazielen und begrenzen die Erderhitzung“, betont Eberhard Brandes vom WWF. Das WWF unterstützt Circle-Economy-Initiative als Partner.

Dafür sei aus Sicht des WWF aber auch in Deutschland eine ganzheitliche Strategie für die Kreislaufwirtschaft notwendig, die neben einer „stimmigen Gesamtvision“, auch verbindliche Ziele und konkrete Maßnahmen umfasst. „Der momentane Flickenteppich aus Gesetzen funktioniert nicht, er nimmt immer noch zu sehr die Abfallwirtschaft in den Blick. Kreislaufwirtschaft ist mehr als Abfallmanagement“, kritisiert Brandes.

Den kompletten Bericht zu den Empfehlungen aus dem Circularity Gap Report 2021 lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 5/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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