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Europäische Abfallverbrenner beurteilen Geschäftslage so gut wie nie zuvor

18.10.2017 − 

Das Geschäftsklima in der Waste-to-Energy (WtE-)Branche bleibt gut. Sowohl bei den Anlagenbetreibern als auch bei den im Bereich der thermischen Abfallverwertung tätigen Anlagenbauern, Ingenieur- und Industrieunternehmen hat sich die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate ist insbesondere die WtE-Industrie optimistisch, während die Betreiber überwiegend nur noch mit einer Seitwärtsbewegung rechnen. Das ist das Ergebnis einer vom Beratungsunternehmen Ecoprog durchgeführten und vom europäischen Müllverbrenner-Verband Cewep (Confederation of European Waste-to-Energy Plants) unterstützten Umfrage.

Die Ergebnisse zeigen laut Ecoprog, dass sich bei den europäischen Anlagenbetreibern der Boom der vergangenen Jahre verfestigt hat. 79 Prozent der befragten Unternehmen betrachten die Auslastung ihrer Anlage derzeit als verhältnismäßig hoch, entsprechend betrachten auch 74 Prozent ihre Geschäftslage als gut. Kein einziger befragter Anlagenbetreiber hält seine gegenwärtige Geschäftslage für schlecht.

Auch der Ausblick für die kommenden zwölf Geschäftsmonate bleibt Ecoprog zufolge insgesamt positiv, nur zwei Prozent der Befragten erwarten demnach ungünstigere Geschäfte. Allerdings ist die Zahl der Anlagenbetreiber, die mit einer weiteren wirtschaftlichen Verbesserung rechnen, gegenüber der Vorjahresumfrage von 40 auf 22 Prozent gesunken.

Insgesamt ist der Geschäftsklimaindex der Anlagenbetreiber im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, erreicht Ecoprog zufolge aber immer noch einen Spitzenwert. Die Ursache für diese Stabilisierung auf hohem Niveau sieht das Beratungsunternehmen in den Abfallmengen. Seit 2012 seien diese gestiegen, wofür einerseits die positive wirtschaftliche Entwicklung in Mitteleuropa, andererseits der Preisverfall bei (Sekundär-)Rohstoffen und die Zunahme der Abfallexporte aus Großbritannien und Irland in viele Gebiete Kontinentaleuropas verantwortlich seien.

Bei den Anlagenbauern, Ingenieur- und Industrieunternehmen, die in der thermischen Abfallverwertung tätig sind, hat sich die Stimmung ebenfalls aufgehellt. Beurteilten im Vorjahr noch 28 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als schlecht, sind es in der diesjährigen Umfrage nur noch 19 Prozent. Gleichzeitig berichten jetzt 28 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent) von besseren Geschäften. Bei immerhin 38 Prozent hat sich die Nachfrage im Geschäftsfeld Waste-to-Energy in den vergangenen zwölf Monaten gebessert.

Noch besser als die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Anlagenbauer und Industrieunternehmen ihre Geschäftserwartungen. 41 Prozent der Befragten rechnen auf Sicht von zwölf Monaten mit besseren Geschäften, nur sechs Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die größte Bedeutung hat für Branche dabei noch immer der europäische Markt mit Chancen für Neubauprojekte beispielsweise in Frankreich und Polen.

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