|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Erneute Warnung vor Klassifizierung von Titandioxid

3D Illustration von Titandioxid-Nanopartikeln
3D Illustration von Titandioxid-Nanopartikeln
03.12.2018 − 

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) hat erneut vor den Folgen einer Klassifizierung des Weißpigments Titandioxid als "wahrscheinlich krebserregend der Kategorie 2" für die Abfallentsorgung gewarnt. In einer im November veröffentlichten Stellungnahme des Verbandes heißt es, eine entsprechende Einstufung reduziere die Möglichkeiten dramatisch, titandioxidhaltige Abfälle zu recyceln.

Am 11. und 12. Dezember tagt der REACH-Regelungsausschuss, sagte VdL-Geschäftsführer Martin Engelmann im Gespräch mit EUWID. Titandioxid ist hier auf der Tagesordnung, jedoch wird der Regelungsausschuss zunächst über die mögliche Einstufung von Titandioxid diskutieren. Am 14. und 15. Februar plant die Kommission nach Aussage Engelmanns über die Änderung der CLP-Verordnung abstimmen zu lassen.

Vor einiger Zeit hatte die Kommission einen Vorschlag unterbreitet, mit dem die Auswirkungen einer Klassifizierung von Titandioxid auf den Entsorgungsbereich abgemildert werden sollte. Die Klarstellung will Brüssel in Form einer Guidance, also einer Leitlinie veröffentlichen.

Im Detail hatte die Brüsseler Behörde vorgeschlagen, die Einstufung von Titandioxid auf pulverförmige Abfälle zu beschränken, wenn mindestens ein Prozent titandioxidhaltige Partikel mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometer (µm) enthalten sind.

Der VdL fürchtet, dass der Kommissionsvorschlag in der Praxis nicht umsetzbar ist und künftig viele Abfälle aus dem Bau- und Abbruchbereich unter der Schlüsselnummer 17 02 04* entsorgt werden müssen. Darunter fallen Abfälle, die aus Glas, Kunststoff oder Holz bestehen und die gefährliche Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind. Betroffen sein könnten unter anderem Fensterrahmen aus Kunststoff und laminierte Folien, heißt es in dem Positionspapier des VdL.

BDI, VCI und BDE schreiben an die Kommission

Unterdessen haben sich Verbände der deutschen Wirtschaft an Brüssel gewandt, um eine Klassifizierung von Titandioxid zu verhindern. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) haben Ende der vergangenen Woche an den Vizepräsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans und den Wettbewerbskommissar Jyrki Katainen geschrieben.

In ihrem Schreiben bitten die Verbände die beiden Kommissare, gegen die Klassifizierung von Titandioxid als wahrscheinlich krebserregend (Kategorie 2) zu stimmen und den deutschen Alternativvorschlag zu unterstützen. Deutschland hatte vorgeschlagen, die Staubgrenzwerte europaweit zu harmonisieren.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Ausgabe 49/2018 von EUWID Recycling und Entsorgung.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:
  BDE

zurück − Knettenbrech & Gurdulic übernimmt Fehr-Standort

Kunststoffabfälle: BASF treibt chemisches Recycling voran  − vor