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EEW und DGAW rechnen mit Kapazitätslücke bei der Müllverbrennung bis zum Jahr 2035

Schornsteine mit Abgas
EEW und DGAW rechnen damit, dass bis 2035
weitere MVA-Kapazitäten benötigt werden.
15.06.2021 − 

Der Anlagenbetreiber EEW und die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) gehen von einer Behandlungslücke bei der thermischen Abfallbehandlung bis 2035 aus. Eine solche Kapazitätslücke sei sowohl für den europäischen Markt als auch für Deutschland zu erwarten, sagte Thomas Obermeier bei der diesjährigen Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz, die coronabedingt ausschließlich online stattfand.

Obermeier leitet bei der EEW die Abteilung Unternehmensentwicklung und ist bei der DGAW als Ehrenpräsident aktiv. An der Ausarbeitung waren Mitarbeiter von EEW und der DGAW beteiligt.

Zunächst haben die Autoren versucht, die Entwicklung des Abfallaufkommens bis zum Jahr 2035 abzuschätzen. Dafür sind sie davon ausgegangen, dass das Aufkommen der kommunalen Siedlungsabfälle primär durch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst wird und andererseits das Aufkommen an Industrie- und Gewebeabfällen den konjunkturellen Zyklen folgt – Wirtschaftswachstum also zu einem Anstieg des Gewerbeabfallaufkommens führt. Diesen einfachen Kausalzusammenhang haben die Autoren mit einem Abschlag von 30 Prozent belegt.

Behandlungslücke von 1,4 Mio Tonnen im Jahr 2035

Für das Jahr 2035 kommen die Autoren auf 51,6 Mio Tonnen kommunalen Siedlungsabfall und 49,8 Mio Tonnen Industrie- und Gewerbemüll. Daraus ergibt sich eine Gesamtmenge von 101,4 Mio Tonnen Gesamtabfall, wovon etwa 39,0 Mio Tonnen als Potenzial für die energetische Verwertung angesehen werden. Zusammen mit Nettoimporten sowie Bau- und Abbruchabfällen stehen für die thermische Abfallbehandlung 40,7 Mio Tonnen zur Verfügung. Dem stünden Verbrennungskapazitäten von 39,3 Mio Tonnen gegenüber wodurch sich eine Kapazitätslücke für den deutschen Markt von 1,4 Mio Tonnen ergibt.

Einen ausführlichen Artikel über die von EEW und DGAW erwartete Kapazitätsentwicklung für Deutschland und die EU lesen Sie in Ausgabe 24/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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