|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Deutsche Kunststoffabfälle auf dem Weg nach Vietnam gestoppt

Containerschiff Cosco Pride
Das Containerschiff Cosco Pride sollte Plastikmüll
aus Deutschland nach Vietnam bringen.
02.12.2021 − 

Kunststoffabfälle aus Deutschland sind im griechischen Hafen Piräus aufgehalten worden. Das berichtet das Basel Action Network (BAN). Die ursprünglich in die Türkei exportierten Abfälle seien auf dem Weg nach Vietnam gewesen. Nach Angaben des griechischen Büros der Reederei Cosco sei die Verladung der 37 Container in Piräus von den griechischen Zollbehörden eingestellt worden.

Zuvor hatte BAN die Abfallverbringungsbehörden und die Reederei informiert. So sollte das Containerschiff Cosco Pride am 1. Dezember mit 37 Containern deutschen Plastikmülls für Vietnam beladen werden. Diese Wiederausfuhr sei nach einer Warnung von Umweltgruppen blockiert worden, so das BAN.

Altkunststoffe stammen teilweise aus dem dualen System

Die Altkunststoffe stammen zum Teil aus Sortieranlagen für den gelben Sack und die gelbe Tonne. Sie lagen fast ein Jahr in türkischen Häfen. Ein Zwischenhändler hatte die Altkunststoffe damals zu einer Recyclinganlage in die Türkei exportiert. Dabei ging es um etwa 400 Container zwischen November 2020 und Februar 2021. Die türkischen Behörden hatten die Einfuhr reklamiert und die Behörden in Deutschland danach vergeblich um Rückholung ersucht.

Daraufhin haben die türkischen Behörden die Container mit den Plastikabfällen aus Deutschland zum Transit in andere Staaten freigegeben, allen voran Vietnam. Laut BAN sollen 21 Container bereits vor Wochen in der Türkei verladen worden sein und sich nun in Vietnam, Kroatien, den USA oder Großbritannien befinden.

"Empörend und inakzeptabel"

„Es ist empörend und inakzeptabel, dass deutsche Abfälle auf diese Weise umgeleitet werden können, wenn ein Direktexport aus Deutschland nach Vietnam absolut verboten wäre", sagte Jim Puckett, Geschäftsführender Direktor des Basel Action Network.

"Deutschland hätte den Export dieser Abfälle in die Türkei gar nicht erst zulassen dürfen. Zweitens hätten sie diese auf Aufforderung der Türkei unbedingt zurücknehmen sollen. Wir fordern sie jetzt dazu auf", so Pucket. Mindestens 80 weitere Container mit deutschem Plastikmüll sollen noch in der Türkei von den Reedereien Cosco, Sealand, MSC, Maersk und Hamburg Süd stehen.

"Deutschland muss Verantwortung übernehmen"

"Deutschland muss unbedingt Verantwortung für die Abfälle übernehmen, die es in der Türkei und jetzt auf der ganzen Welt entsorgt hat", sagte Nihan Temiz Ataş von Greenpeace Mittelmeer in der Türkei.

Manfred Santen von Greenpeace Deutschland forderte die künftige Bundesregierung auf, ihren Abfall immer durch Abfallvermeidung und sauberes, stoffliches Recycling selbst zu managen – nicht durch Verbrennen oder Wiederverschleudern in andere Länder. "Sie müssen ihren gesamten Abfall aus der Türkei zurückholen."

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Zöller-Kipper übernimmt Maier & Fabris

Kartellamt erteilt Freigabe für Joint Venture von Remex und K+S  − vor