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Umweltverbände fordern höhere Sammelziele und Recyclingquoten für Altbatterien


Umweltverbände fordern bei Gerätebatterien ein
Mindestsammelziel von 85 Prozent.
17.03.2021 − 

Morgen beraten die Umweltminister der EU über die Pläne der Kommission für eine neue Batterieverordnung. Im Vorfeld haben sich verschiedene europäische Umweltverbände für deutlich ambitioniertere Zielvorgaben bei der Sammlung sowie dem Recycling von Altbatterien ausgesprochen. Die Vorgaben zum Mindestrezyklatgehalt in neuen Batterien sollten aus ihrer Sicht ebenfalls weiter gefasst werden. Und auch die Einführung eines Pfandsystems für Lithium-Batterien fordern die Verbände.

In einem gemeinsamen Papier sprechen sich die Deutsche Umwelthilfe und die europäischen Dachverbände European Environmental Bureau (EEB), Environmental Coalition on Standards (ECOS) und Transport & Environment (T&E) konkret für eine Anhebung des Sammelziels für Gerätebatterien auf 85 Prozent ab 2030 aus. Die Pläne der Kommission sehen hier bisher nur eine schrittweise Verschärfung der Mindestquoten von gegenwärtig 45 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2025 und 70 Prozent ab 2030 vor.

Darüber hinaus fordern die vier Verbände auch ein separates Sammelziel für die Akkus von sogenannten „leichten Verkehrsmitteln“, also zum Beispiel von Elektrorädern und E-Scootern. Hier sollte eine Mindestquote bei der Erfassung von 90 Prozent ab 2025 vorgeschrieben werden. Der Kommissionsvorschlag sieht für diese Batterien bisher kein gesondertes Sammelziel, sondern lediglich eine Prüfung bis Ende 2030 vor.

Für Lithium-Ionen-Batterien in Geräten und leichten Verkehrsmitteln sollte außerdem ein Pfandsystem eingerichtet werden, fordern die Umweltverbände mit Verweis auf die Brandrisiken dieser Akkus. Die Höhe des Pfandes sollte dabei höher als der Materialpreis und niedriger als der Produktionspreis der Lithium-Ionen-Batterien sein.

Deutlich höhere Recyclingquoten für Lithium gefordert

Hinsichtlich der Verwertung der gesammelten Altbatterien plädieren die Umweltverbände vor allem bei der Rückgewinnung von Lithium für strengere Vorgaben. Hier plant die Kommission bisher Recyclingquoten von 35 Prozent ab 2025 sowie eine Verdopplung auf 70 Prozent ab 2030. Aus Sicht der Umweltschützer sollten hingegen bereits ab 2025 mindestens 70 Prozent des Lithiums aus den Batterien zurückgewonnen werden. Fünf Jahre später sollte die Recyclingquote dann sogar auf 90 Prozent angehoben werden, fordern die Verbände.

Auch für das in den Batterien enthaltene Kobalt, Nickel und Kupfer sprechen sich die Verbände für höhere Recyclingquoten aus. Diese Metalle sollten bereits 2025 zu mindestens 95 Prozent und ab 2030 zu 98 Prozent zurückgewonnen werden. Die Pläne der Kommission sehen hier Mindestquoten von 90 Prozent ab 2025 sowie 95 Prozent ab 2030 vor.

Mindestrezyklatgehalte auch für Gerätebatterien vorschreiben

Bei den von der EU-Kommission ab 2030 vorgesehenen Mindestrezyklatgehalten für neue Batterien drängen die vier Umweltverbände auf ein deutlich höheres Tempo. So sollte bis spätestens Ende nächsten Jahres ein Verfahren zur Berechnung und Bestimmung des Rezyklatgehaltes in Batterien festgelegt werden. Auf Basis dieses Verfahrens sollten die Hersteller zeitnah zur Berichterstattung über die Anteile an Rezyklatgehalten verpflichtet werden. Die von den Produzenten gemeldeten Daten sollten dann als Grundlage für die Definition von Mindestrezyklatgehalten herangezogen werden, die bereits ein bis zwei Jahre nach Vorliegen der Informationen eingeführt werden sollten, heißt es in dem Papier.

Unabhängig von den konkreten Zielvorgaben für den Rezyklatgehalt steht für die Verbände aber fest, dass diese nicht nur wie von der Kommission geplant für Industrie- und Autobatterien sowie für Traktionsbatterien aus Elektrofahrzeugen eingeführt werden sollten, sondern auch für Gerätebatterien gelten sollten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Rezyklate ausschließlich aus recycelten Batterien stammen. So soll vermieden werden, dass Rezyklate, die ohnehin zur Verfügung stehen, abgezweigt werden, um die Zielvorgaben zu erfüllen, ohne dass tatsächlich mehr recycelt wird.

Einen ausführlichen Artikel zu den Vorschlägen der Umweltverbände für die neue Batterieverordnung sowie einen Bericht zur Stellungnahme des Recyclingdachverbandes Euric ebenfalls zur Batterieverordnung lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 12/2021.  Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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