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Neue Müllverbrennungsanlagen in den Emiraten Dubai und Sharjah


So soll die neue MVA in Dubai aussehen (Quelle: HZI)
30.01.2018 − 

Die Schweizer Hitachi Zosen Inova AG (HZI) und die belgische BESIX Group sind mit dem Bau und Betrieb einer neuen Abfallverbrennungsanlage im Emirat Dubai beauftragt worden. Mit einer Jahreskapazität von 1,825 Mio Tonnen handelt es sich um eine der größten Waste-to-Energy-Anlagen weltweit. BESIX beziffert das gesamte Investitionsvolumen auf rund 700 Mio €. Mit dem Baubeginn sei Mitte 2018 zu rechnen. Bis zur Weltausstellung in Dubai im Jahr 2020 soll eine Teillieferung erfolgen bevor die Anlage in 2021 ihre volle Kapazität erreiche. Auch im Nachbaremirat Sharjah wird eine neue Abfallverbrennungsanlage errichtet. Hier sicherte sich die französische CNIM-Gruppe den Auftrag.

Der von der Stadtverwaltung Dubai an das Joint Venture HZI/BESIX vergebene Auftrag beinhaltet laut HZI das Engineering, die Beschaffung und den schlüsselfertigen Anlagenbau (EPC) sowie den anschließenden Betrieb für mindestens 30 Jahre. Für diesen Zeitraum werden HZI und BESIX auch Eigentümer der sogenannten Dubai Resource Recovery Facility. Die Abfallverbrennungsanlage, die auf einer Deponie im Dubaier Stadtviertel Warsan errichtet wird, verfügt über eine elektrische Leistung von 171 Megawatt und wird täglich rund 5.000 Tonnen nicht-recycelbaren Siedlungsabfall aus dem Emirat behandeln. Aus der Asche sollen Metalle zurück gewonnen und anschließend die Asche als Baustoff verwendet werden.

Die neue WtE-Anlage im Emirat Sharjah, die 2020 in Betrieb gehen soll, wird über eine elektrische Leistung von 30 MW verfügen und jährlich rund 300.000 Tonnen Siedlungsabfall verbrennen. Zuständig für das Design, den Bau und den Betrieb der Anlage ist der französische Maschinen- und Anlagenhersteller CNIM. Der von der Emirates Waste to Energy Company (EWEC) an CNIM vergebene Auftrag wurde bereits im Frühsommer letzten Jahres bekannt, aber erst Mitte Januar im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche in Abu Dhabi vertraglich endgültig fixiert.

Die beiden Anlagen in Dubai und in Sharjah stehen im Zeichen einer stärker nachhaltig orientierten Umweltpolitik der Emirate. So sieht die im Jahr 2010 beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE Vision 2021) vor, dass bis zum Jahr 2021 insgesamt 75 Prozent des Siedlungsabfallaufkommens einer Abfallbehandlung im Sinne der OECD-Methodik zu unterziehen sind und dass der Anteil „sauberer Energien“ (erneuerbar und nuklear) am Energiemix auf 27 Prozent gesteigert wird.

Noch sind die Emirate von diesen Zielen einen großen Schritt entfernt. Den jüngsten auf der Programm-Homepage www.vision2021.ae veröffentlichten Zahlen zufolge wurden im Jahr 2016 erst 22,6 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt, verbrannt oder anderweitig behandelt. Der Anteil „sauberer Energie“ am Energiemix lag 2015 sogar nur bei 0,3 Prozent.

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