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Luxemburger Stahlproduzent Aperam kauft Edelstahlrecycler ELG


Kerngeschäft der ELG Haniel ist das Recycling
von Edelstahlschrott und Superlegierungen.
07.05.2021 − 

Der Duisburger Mischkonzern Franz Haniel & Cie trennt sich vom zuletzt stark defizitären Edelstahlrecycler ELG. Käufer ist der Luxemburger Stahlproduzent Aperam, gaben die drei Unternehmen nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags gestern bekannt. Der Unternehmenswert von ELG wird mit 357 Mio € beziffert. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigung und werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein.

Aperam werde ELG als gesamte Gruppe vollständig übernehmen und als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen weiterführen. ELG werde alle Kunden weiterhin in deren bestem Interesse bedienen und bleibe für Lieferanten auch zukünftig ein verlässlicher Ankäufer von Schrott, so Haniel, ELG und Aperam in drei separaten Pressemitteilungen, die Kontinuität auch unter neuer Führung versprechen.

Haniels Trennung von ELG kommt nicht überraschend. Bereits vor einem Jahr hatte die Duisburger Beteiligungsholding bekannt gegeben, im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung „mögliche Verkaufsszenarien“ für ELG zu prüfen. Im kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss 2020 wurde ELG als „nicht fortgeführter Bereich“ ausgewiesen.

Die 1962 gegründete ELG Haniel GmbH ist ein Spezialist für Handel, Aufbereitung und Recycling von Rohstoffen für die Edelstahlindustrie sowie von Hochleistungswerkstoffen wie Superlegierungen und Titan. Das Unternehmen unterhält laut Firmen-Homepage 51 Standorte in 20 Ländern auf fünf Kontinenten. Aperam spricht in seiner Mitteilung indes von 52 Standorten in 18 Ländern. 2020 ist ELG tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen operativen Verlust von 30 Mio € verbucht. Grund war vor allem ein mengen- und preisbedingter Rückgang des Rohertrags des Superlegierungsgeschäfts, das besonders stark unter der Coronakrise litt.

Aperam erwartet beschleunigte Expansion und 24 Mio € Synergien innerhalb von drei Jahren

Der neue Eigentümer Aperam ist ein globaler Hersteller von Edelstahl, Elektro- und Spezialstahl mit Hauptsitz in Luxemburg und wesentlichen Produktionsstätten in Belgien, Frankreich und Brasilien. Aperam verspricht sich von der ELG-Akquisition eine beschleunigte Expansion des Geschäfts in neue Regionen und Branchen, die das aktuelle Unternehmensportfolio ergänzen. Die Transaktion werde den Konzern in die Lage versetzen, seinen Input-Mix zu verbessern und in die Rohstoffversorgung zu expandieren. Auch werde die Investition Aperams ökologischen Fußabdruck weiter verbessern und die CO2-Reduktionsziele des Unternehmens unterstützen.

Aperam geht davon aus, dass die Transaktion schon ab dem ersten Jahr einen positiven Beitrag zur Wertschöpfung des Konzerns leisten wird. Innerhalb von drei Jahren verspricht sich der Konzern Synergien in Höhe von mindestens 24 Mio €. „Die Übernahme des Recyclinggeschäfts von ELG wird Aperam weiter transformieren und stärken“, so CEO Timoteo Di Maulo.

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