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Welche Folgen hat die Coronakrise für die Altholzbranche?

Dieter Uffmann
Der Vorstandsvorsitzende des BAV, Dieter Uffmann, im
Gespräch mit EUWID.
28.04.2020 − 

Im Gespräch mit EUWID geht der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV), Dieter Uffmann, auf die Folgen der Coronakrise für die Altholzbranche, den Stand der Novelle der Altholzverordnung sowie das Auslaufen der EEG-Förderung ein. Ein Auszug:

Herr Uffmann, die Coronakrise hat weitreichende Konsequenzen für das ganze Wirtschaftsleben und mithin auch für die Altholzbranche. Bei aller Unsicherheit über die künftige Entwicklung: Lässt sich derzeit bereits abschätzen, wie die Branche betroffen sein wird, etwa durch sinkende Anfallmengen? Erwarten Sie in dieser Hinsicht starke regionale Unterschiede?

Gerne würde ich Ihnen hierauf eine klare Antwort geben können, aber dazu sind die Auswirkungen der Coronakrise einfach zu komplex. Je nach Branchenzweig zeichnet sich derzeit ein anderes Bild. Werfen wir beispielsweise einen Blick auf die Automobilbranche: Wenn hier die Produktion länger stillsteht, wird das Auswirkungen auf das Aufkommen an A I und A II haben. Im Bau- und Abbruchbereich dagegen laufen die Tätigkeiten unvermindert weiter und das Mengenaufkommen aus diesem Bereich ist stabil. Beim Sperrmüllaufkommen hingegen sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bemerkbar. Die Hol- und Bringsysteme sind derzeit stark heruntergefahren.

Der BAV hat sich hier in einem politischen Schreiben an die Ministerpräsidenten für eine Öffnung der Wertstoffhöfe eingesetzt. Ein genereller Trend für Deutschland lässt sich derzeit aber nicht ableiten, da die Situation regional sehr unterschiedlich sein kann. Für meine Region hier im Nordosten Deutschlands kann ich jedoch sagen, dass hier zum Glück bisher kein Mengeneinbruch feststellbar ist.

Werden sich aus Ihrer Sicht die Im- und Exportströme durch die Pandemie ändern und wenn ja, in welche Richtung? 

Ich gehe nicht davon aus, dass die Coronakrise dazu führen wird, dass sich die Import- und Exportströme wesentlich verändern werden. Aus meiner Sicht haben sich zwar die Exporte in den skandinavischen Raum und das Baltikum verstärkt, aber ob und wie sich diese Absatzwege langfristig etablieren werden, bleibt abzuwarten.

Auch in der Mitgliederstruktur des BAV ist erkennbar, dass die Altholzbranche in den letzten Jahren internationaler geworden ist. Erwarten Sie vor dem Hintergrund der Coronakrise, dass sich diese Entwicklung umkehrt und sich die Unternehmen wieder verstärkt auf ihre inländischen Märkte fokussieren? 

Letztendlich ist das direkte Marktgeschehen nur ein Grund für die zunehmende Internationalisierung der Altholzbranche. In den letzten Jahren haben vor allem auch regulatorische Vorgaben aus Europa zugenommen. Die immer komplexer werdenden Regelwerke und die Herausforderungen bei der Umsetzung können nur noch gemeinschaftlich gelöst werden.

Ich sehe daher keine Auswirkungen durch die Coronakrise auf die Mitgliederstruktur des BAV. Die Notwendigkeit und der Bedarf nach Vernetzung sind unabhängig von Einflussgrößen wie der Corona-Pandemie vorhanden, so dass wir einen weiteren Mitgliederanstieg aus der EU erwarten.

Das vollständige Interview lesen Sie in Ausgabe 18/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe heute ab 14.00 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Den aktuellen Bericht zum Altholzmarkt inklusive der aktuellen Preise lesen Sie in der kommenden Ausgabe von EUWID Recycling und Entsorgung (19/2020). Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen Preisspiegel und Marktbericht voraussichtlich ab Donnerstag online zur Verfügung:

EUWID-Preisspiegel: Altholz Deutschland

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