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Studie: Anteil der Sekundärrohstoffe kann maximal auf 22 Prozent steigen

Bauarbeiter bauen Recyclingsymbol im Sonnenaufgang.
Mehr Recycling reicht nicht für mehr
Kreislaufwirtschaft, so eine Ifeu-Studie.
26.04.2021 − 

Selbst wenn alle gesammelten Abfälle recycelt werden würden, könnte der Anteil der Sekundärrohstoffe am Rohstoffverbrauch in Deutschland lediglich auf 22 Prozent gesteigert werden. Das ist der Studie "Sekundärrohstoffe in Deutschland" zu entnehmen, die das Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) im Auftrag des Nabu erstellt hat.

Allein mit Recycling lassen sich Stoffkreisläufe daher nicht schließen. Dennoch ist das Steigerungspotenzial erheblich: Derzeit beträgt der Anteil der Rezyklate am gesamten deutschen Rohstoffverbrauch rund zwölf Prozent, heißt es in der Studie.

Indikator mit Mängeln

Um die Zirkluarität von Stoffströmen zu messen, gibt es unterschiedliche Methoden. Die EU verwendet als Indikator für die Kreislaufwirtschaft die Circular Material Use Rate (CMU). Die CMU setzt den Anteil der Sekundärrohstoffe ins Verhältnis zur Gesamtmenge der verbrauchten Rohstoffe.

Die Quote gibt die Realität allerdings verzerrt wieder. Denn ähnlich wie die inputorientierte Recyclingquote, wird nur der erste Behandlungsschritt – also beispielsweise die Sortierung in einer Sortieranlage – berücksichtigt. Materialverluste im Aufbereitungs- und Verwertungsprozess bleiben demnach unberücksichtigt. Die CMU gibt also den Anteil der Sekundärrohstoffe höher an als er in der Realität tatsächlich ist.

Materialspezifische Betrachtung: Wo ist noch Potenzial zur Steigerung der Quote?

Doch trotz des „zu hohen“ Rezyklatanteils im CMU sind zwölf Prozent Sekundärrohstoffe am gesamten Ressourcenverbrauch im Basisjahr 2019 noch immer kein Ruhmesblatt, auf dem man sich angesichts der Klimakatastrophe und des massiven Verlusts an Biodiversität ausruhen könnte.

Das Ifeu-Institut hat in der Studie daher auch eine materialspezifische Betrachtung vorgenommen, um herauszufinden, bei welchen Stoffströmen die Kreislaufwirtschaft bereits vergleichsweise gut funktioniert und wo noch Steigerungspotenzial vorhanden ist.

Der Nabu hat aus den Studienergebnissen für die anstehende Bundestagswahl zehn Forderungen für eine bessere Kreislaufwirtschaft abgeleitet.

Einen ausführlichen Artikel über die Studie des Ifeu-Instituts lesen Sie in Ausgabe 17/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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