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Streik bei Remondis vorerst abgewendet

Remondis Fahrzeuge
Streik vorerst abgewendet: Freitag wird wieder verhandelt.
03.06.2020 − 

Die Remondis Seenplatte Logistik konnte am vergangenen Freitag die Ausweitung der Streiks abwenden und hat ein neues Verhandlungsangebot vorgelegt. Am Freitag in dieser Woche wollen sich beide Seiten zu einer neuen Tarifrunde treffen. "Wir haben immer gesagt, dass wir an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn Remondis ein verbessertes Angebot vorlegen will", sagte Verdi-Verhandlungsführer Mathias Bialuch in einer Stellungnahme.

"Unsere Forderungen sind bekannt und mögliche Lösungsansätze haben wir in den Verhandlungen hinreichend dargestellt. Ein weiterer Vorschlag der Remondis, welcher nicht auf unsere Forderung eingeht, wird unweigerlich die deutliche Ausweitung der Streikmaßnahmen nach sich ziehen", erklärte Bialuch weiter. Zuvor waren am 26. Mai Beschäftigte der Remondis Seenplatte Logistik GmbH in einen eintägigen Streik getreten.

Remondis weist Vorwürfe zurück

Der Darstellung von Verdi, dass Remondis bisher lediglich eine Tariferhöhung von 1,2 Prozent geboten habe, widersprach das Unternehmen heute in einer Stellungnahme. Diese Aussage sei nach Auskunft des Tochterunternehmens nicht korrekt, so Remondis. Die tatsächlich bisher angebotene Tariferhöhung liegt durchschnittlich bei 1,75 Prozent und abhängig von der jeweiligen Entgeltstufe bei bis zu 3,08 Prozent pro Jahr.

Der Vorwurf des Präsidenten des Kreistages Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Diener (CDU), dass die höheren Löhne bereits Bestandteil der Abfallgebühren wären, die die Einwohner des Kreises bezahlen müssen, weist Remondis zurück. Nach Aussage Dieners basiert der Vertrag des Kreises mit Remondis auf einer Kalkulation eines Stundenlohnes von rund 14 €.

Grundlage des Vertrages mit dem Kreis ist ein kalkulierter Stundensatz von 11,50 € 

Remondis zufolge bildet jedoch ein kalkulierter Stundensatz von 11,50 €, der Sonderzahlungen und Zuschläge beinhaltet, die Grundlage des Vertrages mit dem Kreis. Durch Preisanpassungsklauseln und Inflationierung habe sich dieser Durchschnittsstundensatz bereits auf etwa zwölf € erhöht.

Außerdem weist Remondis darauf hin, dass die Jahressonderzahlungen für das Jahr 2020 von 50 auf 75 Prozent des Bruttomonatsgehaltes angehoben wurden. Diese schon im letzten Manteltarifvertrag vereinbarte Erhöhung entsprach laut dem Entsorger bereits einer jährlichen Gehaltserhöhung von rund 1,9 Prozent.

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