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Remondis findet OLG-Beschluss nicht nachvollziehbar


Bei Remondis in Lünen hat man weiterhin wenig
Verständnis für die Untersagung der DSD-Übernahme.
23.04.2020 − 

Deutschlands größter Entsorger reagiert enttäuscht auf den Beschluss des Oberlandesgerichtes Düsseldorf. Das Gericht hatte gestern die Entscheidung des Bundeskartellamtes bestätigt, dass Remondis die Duales System Deutschland GmbH nicht übernehmen darf. Deutschlands größter Entsorger bleibt somit vorerst ohne eigenes duales System, 2014 hatte der Konzern sein System Eko-Punkt vom Markt genommen.

Remondis könne die Entscheidung vor dem Hintergrund der veränderten Marktsituation nicht nachvollziehen, erklärte das Unternehmen in einer ersten Reaktion. Sowohl die von DSD mit dem Übernahmeprozess beauftragten Juristen, als auch die Anwälte von Remondis seien von einem positiven Ausgang überzeugt gewesen. „Dass die Kartellbehörde dies anders sieht und dabei auch die mittlerweile erheblich verringerten Marktanteile von DSD nicht berücksichtigen will, ist nicht erklärlich.“

Der Entsorger aus Lünen verweist auf den inzwischen auf 19 Prozent gesunkenen Marktanteil von DSD im Geschäft der dualen Systeme. Zudem hätten alle großen Unternehmen wie die Schwarz-Gruppe mit Prezero und Suez mit Belland Vison in erheblichem Maße Marktanteile zum Nachteil von DSD hinzugewinnen können. Auch der Mittelstandsverbund Zentek sowie weitere sechs duale Systeme sorgten für funktionierenden Wettbewerb.

„Mitglieder von bvse oder VKU können DSD ja kaufen“

Alternativ zum Kauf durch Remondis gebe es für DSD noch drei Alternativen, meint Deutschlands größter Entsorger. Entweder übernähmen eines oder mehrere Mitgliedsunternehmen des im Verfahren beigeladenen Bundesverbands der Sekundär- und Rohstoffwirtschaft (bvse) den Grünen Punkt oder kommunale Marktteilnehmer, z.B. aus dem ebenfalls beigeladenen Verband Kommunaler Unternehmen (VKU).

Ansonsten bliebe nur der Verkauf dieses mittelständischen deutschen Unternehmens an einen anonymen Private Equity Fond, meint Remondis. Diese wären naturgemäß nur auf kurzfristige Profitmaximierung ausgerichtet, statt langfristig und unabhängig von aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu einer Stabilisierung des Marktes und der Wettbewerbssituation beizutragen.

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