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Remondis akzeptiert OLG-Beschluss zu DSD-Übernahme


Bei Remondis laufen Überlegungen, wie man nachdem
Scheitern der DSD-Übernahme in den Markt der Dualen
Systeme einsteigen könnte.
07.05.2020 − 

Remondis gibt seine Pläne, die Duales System Deutschland Holding zu kaufen, wie erwartet auf. Deutschlands größter Entsorger wird nicht gegen den Beschluss des Oberlandesgerichtes Düsseldorf vorgehen. Das Gericht hatte kürzlich das Veto des Bundeskartellamtes gegen die Übernahme des Grünen Punkts bestätigt.

Im Interview mit der FAZ bestätigte Remondis-Geschäftsführer Herwart Wilms, dass das Unternehmen den OLG-Beschluss akzeptiert. „Noch einmal in die Verfahrensverlängerung zu gehen mit ungewissem Ausgang macht keinen Sinn“, sagte Wilms der Zeitung. Remondis werde auch die „Breakup Fee“ an die DSD-Gesellschafter zahlen. Dabei geht es nach Informationen von EUWID um eine Entschädigung für den geplatzten Deal in Höhe von zehn bis 20 Mio €.

Kauf oder Aufbau eines eigenen dualen Systems?

Im Gespräch mit der Zeitung ließ Wilms offen, ob Remondis nun ein eigenes duales System aufbauen oder ein anderes System übernehmen werde. Der Aufbau eines eigenen Systems würde mindestens ein Jahr dauern. Würde Remondis abermals ein System kaufen wollen, müsse man sich dies angesichts der Haltung des Bundeskartellamtes sehr genau ansehen.

Kartellrechtlich unbedenklich könnte jedoch der Kauf eines Systems sein, das noch keinen Umsatz mache. Remondis sei aber noch mitten in der Prüfung. Beobachter hatten jüngst die beiden Systembetreiber Reclay und RK als mögliche Übernahmekandidaten für Remondis genannt.

Wilms trat dem Eindruck entgegen, Remondis beherrsche mit einem Umsatz von sieben Mrd € den Entsorgungsmarkt. Von einer Marktbeherrschung könne keine Rede sein, so Wilms, der darauf verwies, dass Remondis beim Hausmüll nicht mal 15 Prozent Marktanteil habe, während Kommunen die Hälfte aller Restmülltonnen abfahren würden.

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