|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Main-Taunus-Kreis stimmt gegen Ausbau der Deponie Flörsheim-Wicker


Deponieerweiterung scheitert an fehlender
Akzeptanz in Bevölkerung und Politik (Symbolbild)
17.06.2020 − 

Die hessische Deponie Flörsheim-Wicker soll nun doch nicht erweitert werden. Der Kreistag des Main-Taunus-Kreises stimmte am Montag einstimmig gegen die umstrittenen Ausbaupläne der RMD Rhein-Main-Deponie GmbH. Den zuständigen Gremien des kommunalen Entsorgungsunternehmens, dessen Gesellschafter der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis sind, wurde empfohlen, keine weiteren mit Kosten verbundenen Untersuchungen des geplanten Projekts „Deponie auf Deponie“ vorzunehmen.

Letztlich war insbesondere der Widerstand in der Bevölkerung zu groß. Die grundsätzliche Akzeptanz in der Bevölkerung vor Ort sei nicht gegeben, konstatiert die Koalition von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in ihrem vom Kreistag beschlossenen Änderungsantrag. Nach Jahrzehnten des Deponiebetriebs und der Ankündigung, dass die Deponie bis Mitte der 2020er-Jahre stillgelegt werden soll, fehlten in den anliegenden Städten Flörsheim und Hochheim nun Bereitschaft und Verständnis, die Belastungen aus einer Fortführung der Deponie für weitere 20 Jahre zu ertragen.

Wie berichtet, reichen die Ablagerungskapazitäten auf der Deponie Flörsheim-Wicker nur noch bis zum Jahr 2022. Bereits in diesem Jahr soll die Abfallannahme beendet werden. Im Herbst 2019 hatte die RMD-Führung daher konkrete Pläne zur Erweiterung der Deponie vorgestellt. Durch das Konzept „Deponie auf Deponie“ sollte rund fünf Mio Tonnen zusätzliche Ablagerungskapazität geschaffen und so die Deponielaufzeit um mindestens 20 Jahre verlängert werden.

Auch ohne den Ausbau der Deponie Flörsheim-Wicker sieht die Koalition die Entsorgungssicherheit für die bisher auf der Deponie abgelagerten Bauabfälle und Müllverbrennungsschlacke nicht gefährdet. So gebe es Signale aus Nachbarkommunen, dass dort Deponiekapazitäten bereitstehen könnten, heißt es im Antrag. Landrat Michael Cyriax hatte bereits im Frühjahr auf verfügbare Deponiekapazitäten im nahe gelegenen Wiesbaden verwiesen. Lokalmedien zufolge verhandeln die Stadt Wiesbaden und der Main-Taunus-Kreis derzeit über eine interkommunale Zusammenarbeit.

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 26/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Klärschlamm: Stavenhagener Stadtvertretung stimmt gegen geplante Monoverbrennungsanlage von EEW

Entsorger berechnen zunehmend Entgelte für Altpapiersammlung  − vor