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Kommerzielle Recyclinganlage für Verbundverpackungen geplant

Ein hochwertiges Recycling von Verpackungen aus Mehrschichtlaminatfolien war bislang nicht möglich.
Ein hochwertiges Recycling von Verpackungen aus
Mehrschichtlaminatfolien war bislang nicht möglich.
15.01.2019 − 

Eine industrielle Demonstrationsanlage soll ab 2021 Verbundverpackungsabfälle aus Haushalten recyceln. Ende 2018 ist dafür das Forschungsprojekt "Circular Packaging" gestartet. Es wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 3,2 Mio € gefördert.

Als Recyclingtechnik wird der CreaSolv-Prozess eingesetzt, der Polymere durch Lösemittel voneinander trennt, teilte das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising mit

Projektpartner sind die Lober GmbH & Co. Abfallentsorgungs KG in Neunburg vorm Wald, die LÖMI GmbH in Großostheim und das IVV. Der Entsorger Lober koordiniert das Vorhaben und soll die Demonstrationsanlage betreiben. Das IVV ist als Verfahrensgeber eingebunden und begleitet das Projekt durch alle Phasen. LÖMI liefert die Anlagenkomponenten für lösemittelbasierte Fertigungsprozesse.

Anlage soll täglich eine Lkw-Ladung recyceln

Bislang sind Mehrschichtlaminatfolien wie zum Beispiel PE/PA oder PP/PET sowie Aluminiumlagen schwer zu recyceln. Mit dem CreaSolv-Prozess sollen hochwertige und hochreine Kunststoffe mit Neuwarequalität gewonnen und auch Geruchs- und Störstoffe sicher eliminiert werden.

Das Projekt startet zunächst mit dem Aufbau einer auf den Abfallstrom zugeschnittenen CreaSolv-Pilotanlage. Die PE- und PP-Anteile aus Folienabfällen werden getrennt voneinander extrahiert und zurückgewonnen. Im Anschluss daran soll die Anlage in den industriellen Maßstab überführt werden. Die kommerziell nutzbare Demonstrationsanlage soll dann täglich eine Lkw-Ladung Verpackungsabfälle recyceln.

Nach der Inbetriebnahme folgen Tests zur Wirtschaftlichkeit, hieß es. Auch sollen Produktmuster in Kooperation mit potentiellen Abnehmern des Granulats zur Marktevaluation getestet werden. Lober soll dann ab 2021 die erste kommerzielle CreaSolv-Anlage für Post-consumer-Verpackungskunststoffe in Europa betreiben. Lober plant den Angaben zufolge auch den Aufbau eines Kompetenzzentrums für lösemittelbasiertes Recycling. Der Anlagenbauer LÖMI will zudem Investoren für den Bau weiterer Recyclinganlagen ansprechen, während das IVV die Vergabe weiterer Verfahrenslizenzen an Betreiber der CreaSolv-Technologie beabsichtigt.

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