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FEAD: Exportregelungen verschlechtern Kunststoffrecycling

22.05.2019 − 

Die Europäische Föderation der Entsorgungswirtschaft (FEAD) kritisiert die in Genf von der Vertragsstaaten-Konferenz der Basler Konvention getroffenen Beschlüsse zum Export von Kunststoffabfällen. Man verstehe zwar die Motive, doch die Wirkung der Exportbeschränkungen mit Blick auf die Meeresvermüllung hält FEAD für fraglich. Es werde ignoriert, dass recycelte Abfälle auf einem globalen Rohstoffmarkt gehandelt würden, sagt FEAD-Präsident Jean-Marc Boursier. Durch den Verlust der Exportwege komme es zu weniger Recycling.

Nach Ansicht des Entsorgerverbands werden Ausfuhren von gesammelten und sortierten Kunststoffabfällen aus der EU stark zurückgehen und sich negativ auf die bestehenden Getrenntsammlungssysteme auswirken. Letztlich würden sich die Recyclingleistungen der EU verschlechtern. Laut FEAD werden derzeit jährlich 7,8 Mio Tonnen Kunststoffe in der EU gesammelt und sortiert. Etwa 3 Mio Tonnen davon wären dann nicht mehr für den Export außerhalb der EU geeignet. Dies müssten dann verbrannt werden.

Es gebe keine neuen Märkte, die den Ausfall der Exportwege kompensieren könnten. Die privaten Entsorger seien nur dann bereit, in die Verbesserung der Qualität von Kunststoffrecyclaten zu investieren, wenn es einen Markt für recycelte Kunststoffe gibt, sagt FEAD. Um die Nachfrage anzukurbeln, müsse es verbindliche Einsatzquoten für Rezyklate in Produkten, eine geringere Mehrwertsteuer sowie verbindliche Beschaffung der öffentlichen Hand für Produkte aus Rezyklaten geben. Zugleich müssten importierte Produkte unter diese Regelungen fallen.

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 21/2019 von EUWID Recycling und Entsorgung. Hier geht es zum E-Paper:

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