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AWM München rechnet für 2020 auch wegen Corona mit einem stark sinkenden Ergebnis


Hausmüllmengen nehmen in Coronazeiten zu.
06.07.2020 − 

In den letzten Jahren konnte der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) stets deutlich über den Erwartungen liegende Ergebnisse verbuchen. Die in den Wirtschaftsplänen veranschlagten Zahlen wurden mitunter um einen hohen einstelligen bis sogar zweistelligen Millionenbetrag übertroffen – im letzten Jahr um 7,5 Mio €, 2018 sogar um 23,4 Mio €. In diesem Jahr könnten die Planzahlen aber in etwa eintreffen. Laut dem letzte Woche im Münchner Kommunalausschuss vorgestellten Zwischenbericht 2020 prognostiziert der AWM für dieses Jahr aktuell einen Verlust von 7,5 Mio €, was einen Rückgang im Vorjahresvergleich um 8,8 Mio € bedeuten würde. Im Wirtschaftsplan veranschlagt war ein handelsrechtliches Minus von 8,6 Mio €.

Eine Ursache für die negative Entwicklung sei der Ausbruch des Coronavirus. So rechnet der AWM aufgrund höherer Erfordernisse an Schutz- und Hygienestandards sowie weiterer zusätzlicher Aufwendungen im Zusammenhang mit der Pandemie mit steigenden Kosten. Weiterhin werden zunehmende Ausgaben für Personal sowie zur Erfüllung steigender Anforderungen für Kundenservice, Umweltschutz sowie für die Abfallsammlung, -behandlung und -verwertung erwartet.

Steigende Hausmüllmengen verdrängen Abfälle zur Verwertung

Gleichzeitig sei einnahmenseitig mit Abstrichen bei den Verwertungserlösen zu rechnen. Grund hierfür sei zum eine die geplante umfangreiche Revision der Münchner Abfallverbrennungsanlage (Heizkraftwerk Nord). Alle vier Kessel der Anlage standen deshalb Anfang Juni eine Woche komplett still, wodurch es zu Kapazitätsengpässen bei der thermischen Abfallbehandlung kam. Zudem geht der AWM davon aus, dass die aufgrund der Pandemie steigenden Hausmüllmengen die Abfälle zur Verwertung (AzV) zusätzlich verdrängen werden, wenngleich bei den Gewerbe- und Industrieabfällen aktuell wegen Corona eine rückläufige Tendenz zu beobachten sei.

Bereits im Geschäftsjahr 2019 musste die Annahme von AzV aufgrund von Kapazitätsengpässen und der allgemein hohen Auslastung der Müllverbrennungsanlagen in Süddeutschland reduziert werden. Die Einnahmen aus Abfällen zur Verwertung und Privatanlieferungen sanken um 13 Prozent auf 22,5 Mio €.

Den ausführlichen Artikel zur Geschäftsentwicklung des AWM in 2019 und zu den aktuellen Prognosen für 2020 lesen Sie in Ausgabe 28/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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