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Grüne fordern an der Kreislaufwirtschaft orientierte „Bauwende“ in Deutschland


Grünen-Maßnahmenbündel für die Bauwirtschaft:
Bauwende von der Planung bis zum Abriss.
12.10.2020 − 

Da der Bausektor zu den Wirtschaftszweigen mit dem höchsten Ressourcenverbrauch zählt, fordern die Grünen im Bundestag jetzt die Einleitung einer „Bauwende“ in Deutschland. Notwendig sei ein neuer, an den Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft orientierter Ansatz beim Planen, Bauen und Nutzen von Wohn- und Gewerberaum sowie Infrastruktur. Denn nur mit einer Bauwende sei eine erfolgreiche Rohstoff- und Klimapolitik denkbar, schreibt die Grünen-Fraktion in einem letzten Woche im Bundestag gestellten Antrag.

Um die Bauwende in Deutschland einzuleiten, schlagen die Grünen ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, die verschiedene Bereiche von der Ressourcenschonung über Energieeffizienz bis hin zur Erstellung, den Betrieb und die Sanierung von Gebäuden sowie die Art und Weise von Bauplanung betreffen. Einen Schwerpunkt des Grünen-Antrags bildet dabei die Förderung des Einsatzes von Sekundärbaustoffen, Recyclingmaterialien und nachwachsenden ökologisch erzeugten Rohstoffen. 

Erweiterte Herstellerverantwortung, Quoten und Primärrohstoffabgabe

Um die Wiederverwendung und das Recycling von Baumaterialien zu fördern, sollten nach Ansicht der Grünen das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung für Produkte im Bausektor ausgeweitet und in diesem Zuge Rücknahmesysteme für Bauprodukte eingeführt werden.

Die Fraktion spricht sich zudem für die Etablierung verbindlicher Standards und Quoten für den Einsatz kreislauffähiger Bauprodukte aus. Denn hochwertiges Recycling müsse von vorneherein in Design und Architektur mitgedacht werden, heißt es in der Begründung des Antrags. Die Grünen regen in diesem Zusammenhang einen Dialog mit allen Stakeholdergruppen an, um die Arbeit an Positivlisten für besonders gut wiederverwendbare und recycelbare Baustoffe zu beginnen.

Um die Belastungen für die Umwelt realistisch abzubilden, fordern die Grünen von der Bundesregierung außerdem die Einführung einer Abgabe auf Primärbaustoffe. Ziel dieser Abgabe sei es, die nachhaltige Nutzung von Sekundärbaustoffen zu stärken und damit die Naturentnahme und Inanspruchnahme von Primärbaustoffen zu minimieren. Wiederverwendung und Recycling von Baustoffen würden so attraktiver und damit Sekundärbaustoffe vermehrt eingesetzt.

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