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Bundestag winkt Plastiktütenverbot durch


Stoffbeutel sind auch für Umweltministerin Schulze eine
gute Alternative zur Plastiktüte.
27.11.2020 − 

Der Bundestag hat am Donnerstagabend das Aus für Plastiktüten beschlossen. Ab 2022 dürfen keine Einkaufstüten aus Plastik mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometern mehr angeboten werden. Das Plastiktütenverbot muss noch den Bundesrat passieren und dürfte zum Jahreswechsel 2020/2021 verkündet werden.

Auf Drängen des Handels wurde die Übergangsfrist für den Abverkauf von Restbeständen kurzfristig von sechs auf zwölf Monate verlängert. Ausgenommen vom Verbot sind Mehrwegtüten sowie die dünnen Plastikbeutel unter 15 Mikrometer Wandstärke, die etwa für Obst und Gemüse verwendet werden.

„Die Plastiktüte ist der Inbegriff der Ressourcenverschwendung“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die das Verkaufsverbot auf den Weg gebracht hatte. „Allerdings dürften jetzt nicht Wegwerfartikel aus anderen Materialien die Plastiktüte ersetzen. Die Zukunft ist nicht die Einweg-Papiertüte. Die Zukunft ist Mehrweg – und das ist gerade bei Tüten wirklich kein Problem.“ Gute Alternativen seien Einkaufskörbe, waschbare Stoffbeutel für Obst und Gemüse und wiederverwendbare Boxen für Waren von der Frischetheke.

Für die Umweltorganisation WWF hat das Verbot allerdings nur symbolische Bedeutung. Lediglich ein Prozent des deutschen Kunststoffverbrauchs entfalle auf Plastiktüten.

Auch den Linken und Grünen im Bundestag ist das Vorhaben nicht ambitioniert genug. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Bettina Hoffmann, sprach von einem Tropfen auf den heißen Stein: „Der Trend zu Einwegverpackungen wird mit diesem Mini-Gesetz leider nicht gestoppt.“ Die FDP sieht in der Maßnahme hingegen einen ungerechtfertigten Eingriff in den Markt ohne nachweisbare Vorteile für die Umwelt.

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