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Aus für leichte Plastiktüten endgültig beschlossen


Plastiktüten mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50
Mikrometern sind ab 2022 verboten.
18.12.2020 − 

Die Tage der leichten Plastiktüten sind gezählt. Händler dürfen ab dem 1. Januar 2022 Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern nicht mehr abgeben oder verkaufen. Der Bundesrat hat am Freitag das entsprechende Gesetz zur ersten Änderung des Verpackungsgesetzes gebilligt.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sprach von einem wichtigen Schritt zur Reduzierung von Kunststoff. Bayern werde sich aber weiter für ein generelles Verbot von Plastiktüten einsetzen. „Das Ziel ist klar: Wir wollen den Konsummüll weiter reduzieren“, so Glauber. Bayern hatte im August vergangenen Jahres erfolglos eine Bundesratsinitiative eingebracht, die auch besonders dünne – sogenannte Hemdchenbeutel – verboten hätte.

Vor dem Bundesratsbeschluss hatte der Bundestag die Übergangszeit bis zum Inkrafttreten des Verbotes von ursprünglich sechs Monaten auf ein Jahr verlängert, damit noch vorhandene Restbestände aufgebraucht werden können. Dies entspricht einer Forderung des Bundesrates.

Das Verbot ist umstritten, weil durch eine freiwillige Vereinbarung zwischen Handel und Umweltministerium der Tütenverbrauch bereits drastisch reduziert werden konnte. Zuletzt waren zwei Mrd Kunststofftragetaschen im Jahr verbraucht worden, im Jahr 2000 waren es noch sieben Mrd Stück.

Das „Tütenverbot“ war nicht nur vom Handel und der Verpackungsindustrie kritisiert worden. Auch Kunststoffrecycler kritisieren das Verbot als eine „völlig unangemessene“ Maßnahme und „Symbolpolitik“. Damit werde eines der wenigen Produkte verboten, das seit vielen Jahren hohe Rezyklatanteile von über 80 Prozent aufweise und deshalb mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet wurde, hieß es.

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