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22 Kommunen in NRW haben keine Biotonne


Die Menge der gesammelten Bio- und Grünabfälle hat
sich in NRW seit 1995 auf zwei Mio Tonnen verdoppelt.
08.12.2021 − 

22 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben nach wie vor keine Biotonne. Das ist der Antwort des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag mit dem Titel „Wie zukunftsfähig ist die Abfallwirtschaft in Nordrhein-Westfalen?“ zu entnehmen. Von den 22 Kommunen sind demnach zwei kreisfreie Städte und 20 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Diese Kommunen böten ihren Bürgern Bringsysteme für Nahrungs- und Küchenabfälle an, so die Landesregierung.

Über die Gründe der jeweiligen Kommunen, auch im sechsten Jahr nach dem Inkrafttreten der bundesweiten Pflicht der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) zur flächendeckenden getrennten Bioabfallsammlung 2015 noch immer keinen haushaltsnahe Erfassung per Biotonne anzubieten, schweigt die Landesregierung. Dabei sprechen die vom Umweltministerium in Düsseldorf präsentierten Zahlen eigentlich eine eindeutige Sprache zugunsten der Biotonne.

So habe sich die Menge der durch die örE getrennt gesammelten Bio- und Grünabfälle seit 1995 von einer auf zwei Mio Tonnen im Jahr 2019 verdoppelt. Die durchschnittlich pro Kopf der Bevölkerung gesammelte Menge sei im selben Zeitraum um 50 Kilogramm bzw. rund 80 Prozent angestiegen. Im Jahr 2019 sammelte der nordrhein-westfälische Durchschnittsbürger rund 112 Kilogramm Bio- und Grünabfälle getrennt. „Die Mengenzunahme bei den Bio- und Grünabfällen ist vor allem auf die über eine Biotonne gesammelten Mengen zurückzuführen“, heißt es in der Landtagsdrucksache. Diese hätten mit rund 40 Kilogramm pro Kopf den größten Anteil am Zuwachs der Bio- und Grünabfallmenge.

Neben dem Thema Biotonne informiert die Landesregierung in dem Antwortschreiben auch über die derzeitige Entsorgungspraxis von teerhaltigem Straßenaufbruch in NRW. Den Artikel hierzu lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 49/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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