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EU-Altkunststoffexporte in die Türkei 2020 auf neuen Rekordstand gestiegen


Die 27 EU-Staaten exportierten 2020 rund 1,6 Mio t
Altkunststoffe in Länder außerhalb der EU.
25.03.2021 − 

Der weltweite Ausbruch des Coronavirus Anfang 2020 hat den europäischen Außenhandel mit Altkunststoffen durcheinander gewirbelt: In der ersten Jahreshälfte sanken die Ausfuhren der 27 EU-Staaten in Länder außerhalb der Union (so genannte Drittstaaten) um zwölf Prozent gefolgt von einer Gegenbewegung und einem Exportplus von 22 Prozent im zweiten Halbjahr. In Summe haben die EU-Staaten damit im letzten Jahr sogar vier Prozent mehr Kunststoffabfälle in Drittstaaten verbracht. Das geht aus der jüngsten Jahresstatistik der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor.

Erste Daten für 2021 zeigen allerdings bereits wieder einen Einbruch der EU-Ausfuhren im Januar. Dies dürfte mit den seit Jahresbeginn geltenden Änderungen der Basler Konvention für die grenzüberschreitende Verbringung von Kunststoffabfällen zusammenhängen. Hinzu kommt, dass auch das OECD-Land Türkei, das erst im letzten Jahr zum wichtigsten Zielland europäischer Altkunststoffexporte aufgestiegen ist, seit Jahresbeginn die Einfuhr von gemischten und sortenreinen Kunststoffabfällen eingeschränkt hat.

Deutliche Zuwächse der Exporte in die Türkei sowie nach Indonesien und Vietnam

Wie die Eurostat-Daten zeigen, haben die EU-Staaten im letzten Jahr insgesamt 1,59 Mio Tonnen Altkunststoffe im Wert von 335 Mio € exportiert. Im Jahr zuvor waren es 1,52 Mio Tonnen für 375 Mio €. Neuer Spitzenreiter bei den Zielländern war die Türkei, deren Importe aus der EU gegenüber 2019 um weitere 75 Prozent auf 447.000 Tonnen zulegten. Auch die EU-Lieferungen nach Indonesien erreichten mit 145.000 Jahrestonnen einen neuen Höchststand. Die Ausfuhren nach Vietnam haben sich nach dem starken Rückgang im Vorjahr ebenfalls wieder mehr als verdoppelt.

Dagegen hat der EU-Altkunststoffhandel mit Hongkong weiter an Bedeutung verloren. Die in die chinesische Sonderverwaltungszone aus der EU-27 ausgeführte Menge an „Abfällen, Schnitzel und Bruch von Kunststoffen“ nahm im Vorjahresvergleich um zwei Drittel auf 70.000 Tonnen ab. Zum Vergleich: Vor Beginn der chinesischen „National Sword-Initiative“ ab 2017 lagen die EU-Altkunststoffexporte in die Volksrepublik und nach Hongkong noch bei rund zwei Mio Tonnen pro Jahr.

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