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Verhindern Ardian und GIP die Übernahme von Suez durch Veolia?

Suez will die Komplettübernahme durch Veolia mit einem Alternativangebot verhindern.
Suez will die Komplettübernahme durch Veolia mit einem
Alternativangebot verhindern.
17.01.2021 − 

Der Vorstand von Suez hat einstimmig eine Ankündigung der Investmentgesellschaften Ardian und GIP (Global Infrastructure Partners) begrüßt, ein Angebot für die Aktien von Suez abgeben zu wollen. Eine Absichtserklärung, die Suez nach eigenen Angaben am Sonntag erhalten hat, würde „das Zustandekommen einer einvernehmlichen Lösung für die durch die Vorgehensweise von Veolia entstandene Situation in einem kurzen Zeitrahmen erleichtern“, so der französische Umweltdienstleistungskonzern.

Suez versucht seit August, eine „feindliche“ Übernahme durch den Konkurrenten Veolia abzuwehren, der sich bereits Anfang Oktober fast 30 Prozent der Suez-Anteile vom Energieversorger Engie gesichert hatte. Bereits damals hatte Ardian sein Interesse an einer Übernahme von Suez als Teil eines größeren Konsortiums angekündigt, sich dann aber mit der Begründung zurückgezogen, man brauche mehr Zeit für die Vorbereitung des Angebots und verfolge die Firmenpolitik, nur freundliche Angebote zu machen.

Da Ardian nun bereit ist, ein Angebot mit GIP abzugeben, erklärte sich Suez bereit, in einen Dialog mit Veolia einzutreten, von dem es hofft, dass er „die beiden französischen Marktführer im Bereich der Umweltdienstleistungen stärken wird“. Die Absichtserklärung vom Sonntag „ebnet den Weg zu einer globalen Lösung, durch verschiedene Vereinbarungen, die alle die gleiche Wirkung [wie das Angebot von Veolia] haben“, erklärte Suez und merkte an, dass Ardian und GIP genau wie Veolia 18 € pro Suez-Aktie zahlen wollen.

Alternativangebot soll „Demontage“ von Suez-Aktivitäten verhindern

Suez hob auch einen wesentlichen Unterschied in dem neuen Angebot hervor, nämlich, dass es keine „Demontage“ seines Geschäfts erfordern würde. Aufgrund der Überschneidungen zwischen den Geschäftsbereichen von Suez und Veolia, insbesondere auf dem französischen Wasserdienstleistungsmarkt, wurde erwartet, dass Veolia wesentliche Teile des Suez-Geschäfts veräußern müsste, um die kartellrechtliche Genehmigung für die Übernahme seines größten Wettbewerbers zu erhalten. Die erforderlichen Veräußerungen hätten auch einige Abfallaktivitäten in Frankreich umfasst.

Veolia will Anteile an Suez nicht wieder hergeben

Veolia bekräftigte in einer ersten Reaktion, dass die 29,9 Prozent, die der Konzern am Kapital von Suez hält, nicht zum Verkauf stehen. Jedes Projekt, das den Verkauf der Veolia-Beteiligung an Suez beinhalten würde, werde als feindlich betrachtet, erklärte Veolia heute Abend.

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