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MVA Josefstraße in Zürich wird Ende März endgültig abgeschaltet

MVA Josefstraße
Ende März ist Schluss mit der Müllverbrennung an
der Züricher Josefstraße.
08.03.2021 − 

Die Müllverbrennungsanlage in der Züricher Josephstrasse wird Ende März endgültig abgeschaltet. Das hat die Stadt Zürich mitgeteilt. Die Stilllegung der Verbrennungsanlage hat Auswirkungen auf den Entsorgungsmarkt in Deutschland, denn die Anlage verbrennt fast ausschließlich Abfall aus Süddeutschland.

Über hundert Jahre ist in der Züricher Josefstraße Abfall verbrannt worden. 1904 nahm die Stadt die Verbrennungsanlage in Betrieb – die erste Kehrichtverbrennungsanlage in der Alpenrepublik. Damals noch von Wiesen und Feldern umgeben, steht die Anlage heute mitten im dicht bebauten Kreis 5 von Zürich und beliefert nach Angaben des Tiefbau- und Entsorgungsdepartement rund 80 Prozent der Liegenschaften des Fernwärmegebiets, dazu gehören unter anderem der Züricher Prime Tower und die Europaallee. Bereits 1928 hatten die Schweizer begonnen, die Abwärme aus dem Werk Josefstraße auszukoppeln und an Haushalte sowie Betriebe im Stadtzentrum zu liefern.

Seit zehn Jahren verbrennt die Anlage ausschließlich Abfall aus Süddeutschland

Für die Entsorgungssicherheit benötigen die Schweizer die Anlage schon lange nicht mehr. Bereits seit 2011 wird die Müllverbrennungsanlage in der Josefstraße in der kantonalen Abfallplanung nicht mehr berücksichtigt. Verwertet wird seit zehn Jahren hauptsächlich Abfall aus Süddeutschland, um die Anlage an der Josefstraße mit einer Verbrennungskapazität von 120.000 Tonnen auszulasten.

Das brachte dem süddeutschen Entsorgungsmarkt eine in den vergangenen Jahren dringend benötigte Entlastung. Denn das strenge Autarkieprinzip in Baden-Württemberg, das eine Restmüllbehandlung außerhalb der eigenen Landesgrenzen untersagt, ist insbesondere in Richtung Süden traditionell eher löchrig: Der Landkreis Lörrach entsorgt seinen Restmüll in Basel, Waldshut liefert seinen Restmüll an die Kehrrichtheizkraftwerke Turgi, Buchs und Oftringen, Konstanz verbrennt seinen Abfall in Weinfelden.

Insgesamt 256.000 Tonnen Restmüll haben baden-württembergische Gebietskörperschaften nach Angaben des Umweltministeriums in Stuttgart im vergangenen Jahr außerhalb der eigenen Landesgrenzen entsorgen lassen – davon landeten rund 161.000 Tonnen in der Schweiz und 81.000 Tonnen in Bayern.

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