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Kritische Infrastruktur auf Omikron-Welle vorbereiten

Omikron Coronavirus
Die Unternehmen der kritischen Infrastruktur
müssen sich auf die Omikron-Welle vorbereiten.
20.12.2021 − 

Die Sektoren der kritischen Infrastruktur müssen sich so schnell wie möglich auf die bevorstehende Omikron-Welle vorbereiten. Das hat der neue Expertenrat der Bundesregierung zu Covid-19 in seiner ersten Stellungnahme empfohlen.

"Es müssen in den kommenden Tagen Vorkehrungen für die ersten Monate des Jahres 2022 getroffen werden, und zwar auf politischer und organisatorischer Ebene des Bundes, der Länder, der Städte und Gemeinden. Dabei sollten mögliche Partner wie Bundeswehr, THW oder Hilfsorganisationen frühzeitig eingebunden werden", heißt es in dem Bericht. Am Dienstag soll eine Ministerpräsidenten-Konferenz die aktuelle Lage beraten.

Hintergrund ist das deutlich höhere Infektionsrisiko von Omikron im Vergleich zur Delta-Variante des Corona-Virus. Berichten aus Ländern wie Großbritannien, Dänemark, Norwegen oder den Niederlanden legen den Schluss nahe, dass sich die Infektionszahlen bei Omikron alle zwei bis drei Tage verdoppeln. Selbst bei geimpften Personen kommt es zu symptomatischen Krankheitsverläufen.

Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der hohen Infektionsdynamik so viele Menschen gleichzeitig erkranken und in Quarantäne müssen, dass die kritischen Infrastrukturen gefährdet sind. „Deshalb bedarf es einer umfassenden und sofortigen Vorbereitung des Schutzes der kritischen Infrastruktur unseres Landes“, schreibt der Expertenrat in seiner Stellungnahme.

BDE kritisiert Nicht-Erwähnung der Abfallentsorgung

Auch die Entsorgung von Siedlungsabfällen gilt seit der letzten Novelle der Kritis-Verordnung als Teil der kritischen Infrastruktur. Allerdings hatte der Expertenrat in der Stellungnahme den Entsorgungsbereich nicht explizit erwähnt, sondern unter anderem auf Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung sowie die entsprechende Logistik verwiesen.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) hat daher in einem Schreiben an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) gebeten, in etwaigen Überlegungen „dringend auch die Entsorgungsinfrastruktur“ mit einzubeziehen. "Für die Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist dringend auch die – staatliche wie private – Abfallwirtschaft einzubeziehen, so dass – sollten sich die Krisenszenarien bewahrheiten – in Deutschland trotz der Pandemie keine Mülltonnen ungeleert stehen bleiben müssen und Anlagen stillstehen", heißt es in dem Schreiben.

"Mit der gewünschten Einbeziehung wäre zudem die Lieferung von Recyclingrohstoffen an die Industrie gewährleistet, denn sie ist mehr und mehr auf stabile Lieferketten bei der Versorgung mit Recyclingrohstoffen angewiesen", sagte BDE-Präsident Peter Kurth.

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