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EEW und DSD steigen ins chemische Recycling ein

Chemisches Recycling
EEW und DSD wollen gemeinsam ins chemische
Recycling von Kunststoffabfällen einsteigen.
15.07.2021 − 

Der Anlagenbetreiber EEW und der Systembetreiber DSD wollen gemeinsam ins chemische Recycling einsteigen. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam ein Verfahren zur Aufbereitung von Mischkunststoffen und Sortierresten entwickeln, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Unternehmen.

Ziel sei es, in großem Umfang Kunststoffabfälle für das chemische Recycling zu gewinnen, die bislang aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen noch nicht wiederverwertet werden können.

Joint Venture soll Aufbereitungsanlage für jährlich 200.000 Tonnen Kunststoffabfälle betreiben

EEW und DSD haben hierfür die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vereinbart. Dabei verlieren die neuen Partner keine Zeit: Bis Ende des Jahres wollen die beiden Unternehmen ein technisch und wirtschaftlich tragfähiges Verfahren entwickeln, um in einer gemeinsam zu errichtenden und zu betreibenden Anlage jährlich 200.000 Tonnen Kunststoffabfälle aufbereiten zu können. Die Eingangsmaterialien sollen aus Abfallströmen von DSD und EEW stammen.

Ergänzung des mechanischen Recyclings

"Mit diesem Joint Venture schaffen wir eine überzeugende Lösung für Kunststoffabfälle, für die ein Recycling heute noch ausgeschlossen ist", sagte DSD-Chef Michael Wiener. "Sie können bislang allenfalls energetisch in Zementwerken oder Abfallverbrennungsanlagen verwertet oder beseitigt werden. Unsere weit entwickelten Verfahren zum mechanischen Recycling ergänzen wir damit komplementär um ein völlig neues Aufbereitungsverfahren."

"Mit der Kooperation bündeln erstmals Unternehmen auf dem Gebiet der stofflichen und der energetischen Verwertung ihre Kräfte, um das chemische Recycling zu stärken und damit den Rohstoffkreislauf weiter zu schließen", sagte EEW-Chef Bernard Kemper. "Das gelingt uns, indem wir aus dem Abfallstrom der Mischkunststoffe und Sortierreste einen Rohstoff als Ausgangsbasis für neue Produkte gewinnen."

Dazu werde EEW seine Recyclinganstrengungen vor dem energetischen Verwertungsprozess verstärken und bislang für die Energiegewinnung genutzte Abfälle für den Rohstoffkreislauf zurückgewinnen, so Kemper weiter. „Auf einen Nenner gebracht steht unser Joint Venture für mehr und besseres Recycling, für das wir unsere Standorte und unser technisches Know-how im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft einsetzen.“

Mischkunststoffe aus dem dualen System und dem Hausmüll

Für das geplante Aufbereitungsverfahren kämen beispielsweise flächige Mischkunststoffe aus der Wertstofftonne oder dem Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne, kunststoffhaltige Sortierreste aus der Sortierung von Leichtverpackungen aus dem dualen System und Aufbereitungsreste der beiden Kunststoffrecyclinganlagen des Grünen Punkts in Frage.

EEW will den Angaben zufolge aus dem Hausmüll vor der energetischen Verwertung in seinen Anlagen darin enthaltene Kunststoffabfälle aussortieren und diese Mengen damit einem chemischen Recycling erschließen.

Verölung mittels Pyrolyse

In einem weiteren Schritt soll ein Dienstleister die von den Kooperationspartnern EEW und DSD aufbereiteten Kunststoffabfälle chemisch recyceln. Dabei soll das Verfahren der sogenannten Verölung beispielsweise mittels Pyrolyse zum Einsatz kommen.

Das gewonnene Pyrolyseöl werde das Joint Venture als Grundstoff für die Produktion hochreiner und lebensmitteltauglicher Kunststoffe für die Produktion von Verpackungen etwa an Markenartikelhersteller vermarkten. Die Hersteller könnten damit auf einen Rohstoff zugreifen, der nachweislich aus Post-Consumer-Abfall gewonnen wird, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von EEW und DSD.

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