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Aluminiumschmelzwerk Oetinger meldet Insolvenz an

Preisentwicklung für Alu-Profilabfälle AlMgSi 0,5 im letzten Jahr
Preisentwicklung Alu-Profilabfälle AlMgSi 0,5
27.06.2013 − 

Das Aluminiumschmelzwerk Oetinger, einer der größten deutschen Abnehmer von Aluminiumschrott, hat am Dienstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Neu-Ulm eingereicht. Das bestätigte das Gericht auf Nachfrage von EUWID. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Frank Kebekus von der Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Kebekus et Zimmermann bestellt.

Das Aluminiumschmelzwerk Oetinger mit Hauptsitz im schwäbischen Weißenhorn selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, war das Unternehmen zuletzt – trotz voller Auftragsbücher – in finanzielle Schieflage geraten. Als Grund wird auf den Preisverfall für Alu-Gussteile infolge der lahmenden Konjunktur in Südeuropa verwiesen.

Viele Schmelzwerke etwa in Italien, Spanien aber auch in China wiesen Überkapazitäten auf und böten ihren Ware zu Schleuderpreisen an. Gleichzeitig blieben die Produktionskosten hoch. Oetinger-Geschäftsführer Uwe Baur kündigte daher kürzlich gegenüber der Zeitung an, den Einkaufspreis für Metallschrott senken zu wollen.

Die Aluminiumschmelzwerk Oetinger GmbH ist eigenen Angaben zufolge Europas Marktführer in der Produktion von Aluminiumgusslegierungen. Die Unternehmensgruppe unterhält fünf Aluminium-Schmelzwerke in Weißenhorn, Berlin, Hannover und Neu-Ulm sowie im französischen Gorcy. Laut dem letzten im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss produzierte das Unternehmen im Jahr 2011 rund 283.100 Tonnen Aluminium aus Leicht- und Schwermetallschrotten und Bearbeitungsreststoffen. Dabei erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 522 Mio € sowie einen Konzernüberschuss von 13,8 Mio €.

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