|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Alttextilien: bvse kritisiert Vergabe an nicht zertifizierte Unternehmen


Kommunen vergeben die Entsorgung von Altkleidern
zunehmend an nicht zertifizierte Unternehmen, beklagt der bvse.
05.03.2021 − 

Mit Sorge betrachtet der bvse-Fachverband Textilrecycling die aktuelle Entwicklung bei Entsorgungsaufträgen für Alttextilien, die Kommunen inzwischen an Unternehmen ohne Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb vergeben. Dabei bestehe mit der seit 1996 im Kreislaufwirtschaftsgesetz geregelten Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb für allen Beteiligten die Möglichkeit, sich der höchsten Sorgfaltspflicht der Auftragnehmer zu versichern.

Fast ausnahmslos hätten sich daher etablierte Unternehmen dazu entschieden, diese Zertifizierung zum Nachweis der nötigen Sachkunde vornehmen zu lassen. Auch sei es gängige Praxis, dass Kommunen diese Zertifizierung zur Teilnahme an Auftragsvergaben voraussetzen. Leider werde hiervon nun immer öfter abgewichen, beklagt der bvse, wie am Beispiel der Vergabe einer Stadt im Norden Baden-Württembergs und einer Großstadt im Ruhrgebiet zu sehen sei.

Die Vergabe von kommunalen Entsorgungsaufträgen an Unternehmen ohne gültige Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb bedeute einen Verzicht auf Sicherheit über die Einhaltung der abfallrechtlichen Vorschriften sowie die daraus resultierenden Anforderungen und Pflichten, gibt der bvse zu bedenken. Jeder Entsorgungsfachbetrieb habe gegenüber den Anbietern ohne Zertifizierung auch einen deutlichen Wettbewerbsnachteil, da er einen jährlichen großen finanziellen und arbeitstechnischen Aufwand betreibt.

bvse-Qualitätssiegel „Zeichen für hochwertige und seriöse Textilsammlung“

Der Fachverband Textilrecycling fordert daher umgehend eine Korrektur dieser Vorgehensweise und verweist die Kommunen zudem auf sein seit 2013 etabliertes bvse-Qualitätssiegel für das Textilrecycling. „Damit haben wir ein sichtbares Zeichen für eine hochwertige und seriöse Textilsammlung geschaffen. Unternehmen, die das Qualitätssiegel für das Textilrecycling auf ihren Kleidercontainern aufbringen, dokumentieren transparent ihre Betriebsabläufe und werden regelmäßig von einem externen und unabhängigen Sachverständigen überprüft. Kommunen und Verbraucher erhalten damit gleichermaßen einen sicheren Hinweis auf eine ressourcen- und umweltschonende Sammlung“, erklärte der Vorsitzende im bvse-Fachverband Textilrecycling, Stefan Voigt.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Veolia reagiert auf Gerüchte über Verkauf von Suez-Aktivitäten in GB und Australien

Müllverbrennung könnte sich durch BEHG um 50 Prozent verteuern  − vor