Schweiz: Abfälle an Ufern vor allem aus Kunststoff

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Der weit überwiegende Anteil an Abfällen an den Ufern von Schweizer Flüssen und Seen besteht aus Kunststoff. Das geht aus der umfangreichen Studie „Identifizierung, Quantifizierung und Analyse von anthropogenem Abfall in der Schweiz“ im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) hervor.

Hierfür wurden zwischen März 2020 und Mai 2021 in verschiedenen Landesteilen 143 verschiedene See- und Flussufer auf einer Strecke von 20 Kilometern mit einer Fläche von neun Hektar abgesucht und alle sichtbaren Abfall-Gegenstände gesammelt und kategorisiert. Der Anteil von 86 Prozent an Kunststoffen sei nicht zuletzt deshalb bedenklich, da sich diese zu problematischem Mikroplastik zersetzen.

Insgesamt wurden an den Gewässern exakt 54.744 Objekte eingesammelt und dokumentiert – mit einer klaren Nummer eins der am häufigsten gefundenen Gegenstände: Zigarettenfilter mit 8.485 Stück. Auf Platz zwei und drei folgten fragmentierte Kunststoffe (7.400 Stück) und Styroporteile (5.563 Stück), vor Kunststoffverpackungen von Süßigkeiten und Snacks (3.325 Stück) wie etwa Schokoriegeln. Platz fünf und sechs belegen Industriefolien aus Kunststoff (2.534 Stück) und Bruchstücke von Getränkeflaschen aus Glas (2.136 Stück).

Die Plätze sieben bis zehn belegten Kunststoffgranulate aus der Industrie (1.968 Stück), Isolationsschäume (1.702 Stück), Wattestäbchen (1.406) und Schaumstoffe (1.209). Hinzu kamen Bauabfälle aus Kunststoff (992) sowie Flaschenverschlüsse und Deckel aus Metall mit 700 Stück.

Laut den Untersuchungsergebnissen zeichnen sich zwei Hauptquellen der Abfälle ab: Über ein Viertel der häufigsten Gegenstände haben mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak zu tun und gelangen infolge Littering an die Ufer der Schweizer Gewässer. Knapp unter einem Viertel der erfassten Abfallpartikel stammen aus den Bereichen Landwirtschaft und Infrastruktur. Letzterer umfasst Abfälle im Zusammenhang mit dem Bauen und der Instandhaltung von Gebäuden, Straßen sowie der Wasser- und Stromversorgung.

Ein Vergleich der aktuellen Erhebung mit dem Swiss Litter Report aus dem Jahr 2018, der mit derselben Methodik zwischen April 2017 und März 2018 durchgeführt wurde, macht auch Aussagen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie möglich, denn genau in diesem Zeitraum wurde die aktuelle Studie durchgeführt. Während etwa Bauabfälle zugenommen hätten, sei Littering durch Zigaretten und Flaschendeckel zurückgegangen. Gründe hierfür seien vermutlich, dass es beispielsweise in dieser Zeit praktisch keinen internationalen Tourismus gab, dass Veranstaltungen wie Outdoor-Festivals abgesagt wurden und sich die Menschen eher in kleineren Gruppen getroffen hätten.

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