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Europäische Papierindustrie strebt Recyclingquote für Altpapier von 76 Prozent an


Die Papierindustrie in Europa will den Einsatz von
Altpapier weiter erhöhen.
22.12.2021 − 

Die Recyclingquote für Altpapier soll in Europa bis 2030 auf 76 Prozent erhöht werden. Dieses Ziel setzt sich der europäische Dachverband der Papierindustrie CEPI in seinem aktuellen Nachhaltigkeitsversprechen. Die Quote aus Altpapiereinsatz in der Papierindustrie und dem Gesamtverbrauch an Papier und Kartonagen lag dem Verband zufolge 2019 in Europa bei 72 Prozent.

Eine Steigerung der Recyclingquote will der Verband durch besseres Design, einen Ausbau der Getrenntsammlung, mehr Sortierung und Wiederaufbereitung sowie technische Innovationen erreichen. Ziel sei es, den Kreislauf zu schließen, indem neue Maßnahmen zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit, zur getrennten Sammlung, zu Sortier- und Recyclingsystemen und zum Produktdesign ergriffen werden, schreibt CEPI in seinem „Sustainable Product Pledge“.

Der Verband plant dafür auch Designrichtlinien, die vorsehen, dass Produkte und Verpackungen auf Papierbasis bis 2025 zu 100 Prozent recycelbar und wiederverwendbar werden, „sofern dies sinnvoll und möglich ist“. Dazu gehöre auch die Entwicklung einer Definition für den Begriff „wiederverwendbares Produkt“.

Auch Rejekte aus der Altpapieraufbereitung sollen aus Sicht der Papierindustrie künftig verstärkt stofflich genutzt werden. In diesem Bereich soll Mehrwert durch Kooperationen mit strategischen Partnern geschaffen werden.

Darüber hinaus will CEPI den Einsatz von Recyclingfasern und Reststoffen aus anderen Sektoren weiter steigern. Durch die verbesserte Recyclingfähigkeit von Papierprodukten und den verstärkten Einsatz von Holz im Bau- und Renovierungsbereich dürfte sich die Verfügbarkeit dieser Stoffe verbessern, heißt es in dem Papier.

Neben einer vollständigen Kreislaufwirtschaft für papierbasierte Produkte und Verpackungen kündigt der Verband in seinem Nachhaltigkeitsversprechen auch beschleunigte Innovationen bei der Entwicklung von Alternativen zum Ersatz fossiler Materialien sowie die Gewährleistung einer verantwortungsvollen Beschaffung für papierbasierte Produkte und Verpackungen an.

„Wir wollen ein Teil der Lösung sein und zeigen, dass unser Sektor bereit ist, große und langfristige Investitionen zu tätigen, um unsere Versorgung mit umweltfreundlichen Alternativen und biodisruptiven Innovationen zu sichern, die mit den tiefgreifenden Veränderungen des Verbrauchs, die durch den europäischen Green Deal ausgelöst werden, Schritt halten können“, erklärte CEPI-Generaldirektor Jori Ringman.

Vom Green Deal der EU erwartet der Verband regulatorische Unterstützung für faserbasierte Lösungen und die nachhaltige Nutzung von erneuerbaren Materialien in allen Bereichen. Die Umsetzung des Green Deals muss aus Sicht von CEPI auch eine angemessene Bilanzierung der Nachhaltigkeit von faserbasierten Lösungen ermöglichen. Die Synergien von Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie sollten in den verschiedenen EU-Politiken besser berücksichtigt werden.

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