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Altholz-Novelle: BAV gegen Alleingänge


Dieter Uffmann (Bildquelle: BAV)
11.07.2017 − 

Der Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV) begrüßt die Diskussion um eine Novelle der Altholzverordnung. „Die Altholzverordnung ist das Fundament unserer täglichen Arbeit, sie regelt die nachhaltige Verwertung von Altholz. Nach bald 15 Jahren ist es jedoch an der Zeit, das Regelwerk kritisch zu durchleuchten, Schwachstellen aufzuzeigen und diese zeitgemäß und praxistauglich fortzuentwickeln“, betont der BAV-Vorsitzende Dieter Uffmann.

Von einem Alleingang hält der BAV nichts: „Vielmehr gilt es, im Austausch mit Partnerverbänden wie etwa dem bvse und dem VHI gemeinsame Positionen zu entwickeln“. Mit Besuchen des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes bei Aufbereitungsunternehmen des BAV habe der Dialog zur Novellierung der Altholzverordnung zwischen federführendem Ministerium und der Praxis bereits begonnen, so Uffmann. Der BAV will zudem in Kürze eine vorbereitende Studie ausschreiben, die beleuchten soll, welche Teile der Altholzverordnung novellierungsbedürftig sind.

„Zur Sicherung der Entsorgung von acht bis zehn Mio Tonnen Altholz pro Jahr ist für uns die derzeitige Regelung, die eine Hochwertigkeit sowohl der stofflichen wie auch der energetischen Verwertung zulässt, auch in einer novellierten Verordnung von entscheidender Bedeutung“, sagt Uffmann. Die Novelle müsse deshalb beiden Verwertungswegen Rechnung tragen, verweist Uffmann auf die fünfstufige Abfallhierarchie. „Wir wollen die guten Altholzqualitäten im Sinne der Abfallhierarchie stofflich nutzen“, betont Uffmann.

A I-Altholz sollte soweit wie möglich in die stoffliche Verwertung fließen. Inwieweit die Grenzwerte der Altholzverordnung für die stoffliche Verwertung noch zeitgemäß sind, gelte es im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zu prüfen. Ein Verbot, A I-Altholz energetisch zu nutzen, lehnt der BAV aber entschieden ab.

Qualität durch getrennte Erfassung verbessern

Zentraler Ansatz zur dauerhaften Verbesserung der Altholzqualitäten ist aus Sicht des BAV die strikte Getrennterfassung und Getrennthaltung der Abfallhölzer bereits an der Anfallstelle. Durch eine konsequente Getrennthaltung der Sortimente und eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung ließen sich hierdurch ausreichend Potenziale für beide Verwertungswege – die stoffliche wie auch die energetische Verwertung – schöpfen.

Klare Vorstellungen hat der BAV auch im Hinblick auf die künftige Beprobung: „Sofern möglich möchten wir weg von der Chargenbeprobung hin zu einer automatisierten Probeentnahme. Wir sehen klare Vorteile in der prozessbegleitenden Probenahme und einer Analyse, die Ausreißer entsprechend berücksichtigt.“ Weiter gelte es, in die Regelvermutung der Altholzverordnung neue Erkenntnisse einfließen zu lassen.

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