Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) plant eine umfassende Reform der Abfallentsorgung in der Region. Die Verbandsversammlung beschloss am Dienstag die Einführung neuer Sammelsysteme für Bioabfälle und Alttextilien sowie die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts. Ziel ist es, gesetzliche Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz zu erfüllen, ökologische Standards zu verbessern und langfristig Kosten zu kontrollieren, heißt es in den Unterlagen.
Biotonne wird eingeführt
Im Bereich Bioabfall soll das bestehende Bringsystem mit Biotüten und Sammelcontainern um ein Holsystem ergänzt werden. Bürgerinnen und Bürger können künftig freiwillig eine Biotonne beantragen. Die Größen reichen von 60 bis 240 Litern, die Leerung erfolgt alle zwei Wochen. Die Biotonnen werden ohne zusätzliche Gebühren als Teil der Jahresgrundgebühr eingeführt – ähnlich wie die Papiertonne. Eine Bürgerbefragung hatte ergeben, dass die Mehrheit ein freiwilliges System einem verpflichtenden vorzieht.
Hintergrund dieser Entscheidung ist der zu hohe Anteil von Bioabfällen im Restmüll. Im Verbandsgebiet liegt dieser derzeit bei durchschnittlich 55,5 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, erlaubt sind laut Landesabfallwirtschaftsplan ab 2030 maximal 20 Kilogramm. Um diesen Zielwert zu erreichen, ist ein verbessertes Sammelsystem notwendig.
Zudem soll das Restmüllsystem angepasst werden: Die Leerung der Restmülltonnen wird auf einen vierwöchentlichen Rhythmus umgestellt, die Mindestanzahl an Leerungen sinkt von 13 auf neun pro Jahr. Gleichzeitig wird das Mindestvolumen des Restmüllgefäßes pro Einwohner von zehn auf fünf Liter pro Woche reduziert. Besonders für kleinere Haushalte bringt das Einsparpotenzial: Bereits ab dem 1. Januar 2026 können Haushalte mit drei oder weniger Personen eine kleinere 60-Liter-Tonne statt der bislang vorgeschriebenen 80-Liter-Tonne nutzen....



