Die Hansestadt Wismar im Landkreis Nordwestmecklenburg schreibt die Entsorgung und Verwertung des auf der Kläranlage Wismar-Wendorf anfallenden Klärschlamms neu aus. Das hat der Hauptausschuss der Bürgerschaft beschlossen. Die notwendigen Fremdleistungen sollen über einen externen Dienstleister ausgeschrieben und anschließend an ein fachkundiges Unternehmen vergeben werden. Hintergrund ist, dass der bestehende Vertrag zur Klärschlammentsorgung Ende 2026 ausläuft.
Derzeit wird der Wismarer Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet. Der Beschlussvorlage zufolge lässt die stoffliche Zusammensetzung des Klärschlamms weiterhin eine Verwertung als Dünger zu. Ab 2032 sei jedoch eine thermische Verwertung mit Phosphorrückgewinnung verpflichtend.
Für die Ausschreibung bis Ende 2028 geht die Stadt von deutlich steigenden Entsorgungskosten aus. Der aktuelle Entsorgungspreis liegt laut Beschlussvorlage bei rund 55 € je Tonne netto. Für die Jahre 2027 und 2028 rechnet die Stadt mit einer Erhöhung um etwa 20 € je Tonne. Damit setzt die Stadt für die landwirtschaftliche Verwertung einen Preis von 75 € je Tonne netto an. Bei einer erwarteten Menge von 4.500 Tonnen pro Jahr ergeben sich jährliche Netto-Kosten von 337.500 €, für zwei Jahre entsprechend 675.000 €.
Die thermische Verwertung wird in der Vorlage mit rund 150 € je Tonne netto angesetzt und damit etwa doppelt so hoch wie die landwirtschaftliche Verwertung. Der neue Vertrag soll keine Verlängerungsoption enthalten. Für die Abwicklung des Vergabeverfahrens über einen externen Dienstleister fällt zusätzlich ein Transaktionsentgelt von 2,5 Prozent des geschätzten Netto-Auftragswertes an. Dieses wird mit 16.875 € pro Jahr und 33.750 € für zwei Jahre beziffert. Auswirkungen auf den städtischen Kernhaushalt erwartet die Stadt nicht.




